Wende im Grand-Canyon-Fall?

Forscher will nach Katastrophen-Ansatz forschen

Lange war dem Geologen Andrew Snelling verweigert worden, im Grand Canyon in den USA zu forschen. Die Verwaltung des Nationalparks wollte in seiner Arbeit «keinen wissenschaftlichen Nutzen» sehen, da Snelling die Schöpfungsgeschichte der Evolutionstheorie unterstützt. Nach einer präsidialen Verfügung könnten sich dem Forscher nun die Türen öffnen.

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Grand Canyon
Der Geologe Andrew Snelling plant seit längerem Forschungen im Grand Canyon. Der Wissenschaflter, der sein Geologie-Doktorat an der Universität in Sydney erarbeitete, arbeitet heute als Recherche-Leiter für «Answers in Genesis». Diese Organisation geht von einer jungen Erde aus. Andrew Snelling macht geltend, dass die klar erkennbaren Gesteinsfaltungen im Grand Canyon zeigen, dass das Gesteinsmaterial noch weich war, als es abgelagert wurde.

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Andrew Snelling
Dadurch geht er von einem katastrophischen Ansatz aus, der mittlerweile belegt ist, und zeigt, dass ein Canyon innerhalb von wenigen Stunden oder maximal Tagen entstehen kann, so wie das zum Beispiel beim berühmten Fish-River-Canyon in Namibia geschehen ist.

Ganze Gebiete verformt

In dem weichen Gestein sieht Snelling einen Hinweis darauf, dass der Grand Canyon in kurzer Zeit und nicht während Millionen von Jahren entstanden ist. In verschiedenen Fällen zeigte sich bereits, dass eine Megaflut, ein schlagartiges Ereignis, der Auslöser für eine Canyon-Bildung war.

Schon seit längerem wird überlegt, ob dies auch beim Grand Canyon der Fall sein könnte. Andrew Snelling kämpfte deshalb schon lange darum, an diesem Ort forschen zu dürfen; bislang wurde das von den Verwaltern des Nationalparks untersagt. Inzwischen unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine Verfügung, welche die religiöse Freiheit in den USA stärken soll. Deshalb versucht es Snelling nun erneut, da er mit der bisherigen Ablehnung als Christ diskriminiert worden sei.

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Datum: 10.10.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / factum / The Guardian

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