Indonesien

Islamische Kampagne warnt: «Zu viele Muslime werden Christen»

Die meisten Christen haben schon Berichte und Internetvideos gesehen, in denen vor einer «islamischen Invasion» Europas in den nächsten Jahren gewarnt wird. Dasselbe Szenario gibt es auch aus muslimischer Sicht. Aber in Indonesien geht es um eine «christliche Invasion». Bis jetzt ist es das Land mit der grössten muslimischen Bevölkerung weltweit. Bis jetzt...
Kinder und Jugendliche sind im Zentrum der Kampagne.
Die Initiatoren der Kampagne fürchten, dass es in Indonesien bald mehr Christen als Muslime gibt.
Redaktor Hauke Burgarth

Indonesien steht mit 240 Millionen Einwohnern an vierter Stelle der bevölkerungsreichsten Staaten der Erde. 200 Millionen davon sind Muslime. Auch wenn der Islam nicht Staatsreligion ist, hat er definitiv eine Machtposition inne, an der man als Christ im Land nicht vorbeikommt. Deutlich wird so etwas – in unseren Breiten – durch Auseinandersetzungen darüber, ob Christen den Namen «Allah» für Gott überhaupt gebrauchen dürfen oder nicht. Doch offensichtlich gibt es auch in dieser islamischen Mehrheit Ängste. Ängste davor, dass das Christentum sich trotz Missionsverbot ausbreiten könnte.

«Save Maryam» – Rettet Maryam

Unter dem Namen «Save Maryam» wirbt seit einiger Zeit eine islamische Gruppierung für die Rückgewinnung von Muslimen. Sie tut dies unter anderem mit einer Kampagne über Facebook und Youtube. Und sie nennt dabei erstaunliche Zahlen: 2 Millionen Muslime sollen sich jährlich vom Islam weg zum christlichen Glauben bekehren. Ein für sie angstmachendes Szenario. «Wenn das so weitergeht, sind wir im Jahr 2035 eine christliche Nation», halten die Muslime fest. Sie zeigen die fiktive Muslima Maryam, die desillusioniert ist von ihrer Familiensituation, die auf der Suche nach einer neuen Perspektive für ihr Leben ist – und dabei Christen kennenlernt, die ihr all das vorstellen. «Wir dürfen nicht länger nur predigen – wir müssen zuhören», erklärt der Kurzfilm, in dem Maryam nicht als Einzelfall dargestellt wird, sondern als Stellvertreterin ihrer gesamten Generation. Der Videoclip endet mit dem Aufruf, etwas für die Re-Islamisierung Indonesiens zu tun, die Kampagne bekannt zu machen und dafür zu spenden.

Gefälschte Zahlen?

In Reaktionen auf den Youtube-Video werden von scheinbar offizieller Seite die Zahlen bestritten, die in der «Save Maryam»-Kampagne genannt werden. Andere indonesische Muslime beschweren sich über das Spendensammeln, stellen die Motive der Kampagne in Frage und behaupten, dass die Zahl der neuen Christen tatsächlich deutlich geringer ausfalle. Doch stimmt das? Hat nicht gerade die islamisch geprägte Regierung Indonesiens ein vitales Interesse, diese Zahlen kleinzureden? Davon jedenfalls geht ein einheimischer Pastor aus, den Steve Strang für Charisma News befragte: «Die Muslime haben keine Antworten auf Lebensfragen und sind deprimiert, weil das Leben so schwer ist. Ihre Religion hat keine Antwort. Viele dieser Menschen sind so einsam, dass sie christliche Fernsehprogramme ansehen, und Kontakt zu Christen suchen, die sie in Gemeinden mitnehmen und zu Jüngern machen.»

Nachdenkliche Freude

Beim Sehen des Films freue ich mich darüber, dass auch in einer stark muslimisch geprägten Gesellschaft der Glaube an Jesus als echte Alternative wahrgenommen wird. Denn davon bin ich überzeugt: Jesus hat bzw. ist die Antwort auf die grossen Fragen aller Menschen. Dabei spielt es für mich keine entscheidende Rolle, wie realistisch die angegebenen 2 Millionen Entscheidungen für Jesus pro Jahr in Indonesien sind.

Gleichzeitig macht es mich traurig, dass wir als Christen in Europa, im sogenannten «christlichen Abendland», vielfach die gleichen Fehler machen wie die Muslime in Fernost: Aus einer vermeintlichen Überlegenheit heraus wollen wir eine Position der Stärke halten, anstatt Menschen mit Liebe zu gewinnen. Ich möchte keine Kampagne «Rettet Peter» gegen die Islamisierung bei uns starten, sondern Muslimen, Atheisten und wem auch immer zeigen, wie wertvoll sie bei Gott sind.

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Video zur «Save Maryam»-Kampagne (Englisch):

Datum: 10.04.2015
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet

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