Andrew ging ganz unten durch

Heute tiktokt er für eine Million Follower

Andrew F. Carter musste schnell erwachsen werden. Wie ein roter Faden zogen sich Drogen, Gefängnis und Missbrauch durch seine Familiengeschichte. Er landete selbst mehrfach hinter Gittern und verlor alles, was er aufgebaut hatte.
Andrew Carter
Andrew Carter bei einer Taufe

«Ich war alles gewohnt», erinnert sich Andrew F. Carter. «Als ich elf Jahre alt war, verlor ich einen Onkel an einer Überdosis. Ein anderer Onkel verbrachte drei Viertel seines Lebens im Gefängnis.» Seine Grossmutter kämpfte zeitweise mit Alkoholmissbrauch. «Ich wuchs in einem Umfeld von Drogen, Alkohol, Partys und Sex auf.»

Mit 17 Jahren lernte er durch ein Mädchen Jesus Christus kennen. Bisher war er selten in der Kirche gewesen, mal zu Ostern oder Weihnachten.

Bald danach wurde das Mädchen von ihm schwanger. «In meinem Leben hatte ich keinen Vater gehabt. Ich wollte nicht, dass ein Kind so etwas durchmachen muss, deshalb entschied ich mich, das Mädchen zu heiraten.»

Immer noch Drogen verkauft

«Wir waren noch Kinder, 18 oder 19 Jahre alt. Ich versuchte, das Beste zu geben, hinter den Kulissen rauchte ich aber immer noch Gras. Ich trank, feierte, prügelte mich und verkaufte Drogen.» Zwar hatte er sich für Jesus entschieden, ohne aber seine Fehler zu bereuen und sein Leben zu ändern.

Einmal sass er für 30 Tage im Gefängnis, wo er in der Bibel las und dachte, dass er nun wirklich Jesus nachfolgen will. Doch kurz nach der Entlassung war der Sog der Umgebung wieder da. Im Alter von 23 Jahren folgten sechs Monate Gefängnisaufenthalt – in dieser Zeit kam der zweite Sohn zur Welt. Nun erkannte er, dass eine echte Veränderung nötig ist.

Erfolgreich?!

Die finanziellen Mittel waren knapp. Er machte zwei College-Abschlüsse und spielte College-Basketball. «In den Augen der Welt war ich erfolgreich. Ich hatte es überwunden, eine Statistik zu sein und in die Fussstapfen meiner Familie zu treten. Ich eröffnete ein Fitnessstudio und leitete es etwa sechs Monate lang.» Sein Leben war nun ein Instagram-taugliches Bild geworden. «Aber innerlich war ich leer.»

Wieder suchte er am falschen Ort. Nun folgten 18 Monate Gefängnis. Er verlor all das, wofür er hart gearbeitet hatte, seine Frau und das Fitnessstudio.

Ein Jahr nach dem Knastaufenthalt lud ihn eine Freundin ein, bei einem Podcast über Fitness und Ernährung mitzumachen. «Sie liess immer ihren Glauben einfliessen und sie sprach über Jesus.»

«… dann sollen sie es nicht hören»

Eines Tages sagte Andrew ihr, dass sie nicht über den Glauben sprechen soll, wenn es um das Geschäftliche geht. Sie erwiderte: «Wenn die Leute mir nicht folgen wollen, weil ich Jesus folge, dann sollen sie nicht hören, was ich sage.»

Das beeindruckte Andrew, der nun selbst wieder in der Bibel zu lesen begann. «Ich fing wieder an, in eine christliche Gemeinde zu gehen und meinen Weg zurück nach Hause zu finden.»

Er war am Ende seiner Kräfte. Dann eröffnete er einen TikTok-Kanal. In den Videos tanzte er mit seinen Kindern. Eines Abends aber nahm er ein 15-Sekunden-Video auf. Ohne Worte, nur mit ein paar Wortkästen. Auf einem stand «Scheidung», auf einem «Pflegefamilie», auf einem «Gefängnis» und auf einem weiteren: «alles andere, womit ich zu kämpfen habe». Als er ins Bett ging, hatte er 200 Follower. Am nächsten Morgen waren es 15'000.

Jemand schrieb: «Mann, das ist inspirierend. Danke für deine Transparenz, ich liebe deine Ehrlichkeit.» Und in einer anderen stand: «Ich wollte mich gestern Abend umbringen. Zu wissen, dass du diese Dinge durchgemacht hast und immer noch mit einem Lächeln im Gesicht hier bist, hat mir Hoffnung gegeben, weil ich all das auch durchgemacht habe.»

Flucht wie Jona

In diesem Moment bekam er Gänsehaut. «Ich fing an zu weinen. Es war, als ob der Heilige Geist mir sagte: ‘Das ist es, wozu du berufen bist. Du hast Worte aus Gold. Du bist zum Dienst berufen, und du wirst zu Millionen von Menschen sprechen.’» Er erinnerte sich an Jona. «Nur dauerte meine Flucht länger. Ich sass über ein Jahrzehnt lang im Bauch eines Wals.»

«All die Dinge, von denen ich dachte, sie würden mir Glück bringen – das Geld, die Reisen, die Mädchen, all die Dinge, von denen ich dachte, sie würden mir wahres Glück bringen – haben versagt. Sie haben mich nicht befriedigt.» Er erreichte das alles, aber es erfüllte ihn nicht. Er kapitulierte nun ganz vor Gott und erlebte erstmals echte Erfüllung.

Stark dank Gott

Andrew F. Carter reflektiert: «Ich habe versucht, es auf eigene Faust zu schaffen. Ich habe versucht, die Dinge auf meine Art zu machen. Ich habe das Steuer in die Hand genommen, nur um dann alles zu verlieren. Und ich habe erkannt, dass Gott in meiner Schwäche meine Stärke ist. Christus ist meine Stärke.»

Heute ist Andrew Pastor in der Royal City Church in Los Angeles und er spricht regelmässig zu seinen fast eine Million Followern. Er erklärt, wie wichtig es ist, Gott nicht aufzugeben, weil er uns nicht aufgegeben hat. «In meiner Schwäche und schweren Momenten offenbart er sich selbst. Ich weiss, dass ich mit Gott und mit Christus alles tun kann, was Teil seines Plans und seines Willens ist. Und es erinnert mich daran, dass ich Gott brauche und von ihm abhängig bin. Und ich bete, dass ich demütig bleibe und dass ich nie an den Punkt komme, an dem ich denke, dass ich es aus eigener Kraft schaffen kann.»

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Datum: 20.05.2022
Autor: Jesus Calling / Daniel Gerber
Quelle: Jesus Calling / gekürzte Übersetzung: Jesus.ch

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