Eva Samoylenko-Niederer

Mutiges Christuszeugnis in Schweizer Tageszeitungen

Selten nutzte eine Christin die Gelegenheit dermassen gut, ihr Tatzeugnis auch mit einem persönlichen Christuszeugnis in säkularen Medien zu verbinden wie Eva Samoylenko-Niederer.
Eva Samoylenko-Niederer

«Die Wädenswilerin Eva Samoylenko-Niederer hat in Slowjansk das Kinderheim Segel der Hoffnung geleitet. Ihren Glauben hat sie trotz der schrecklichen Geschehnisse in ihrer Heimat nicht verloren – im Gegenteil.»

Dies schreibt die Luzerner Zeitung über ihr Porträt einer mutigen Frau, die in einer wöchentlichen Kolumne in den Zeitungen der CH Medien-Gruppe immer wieder erzählt, wie der Glaube ihr hilft, die traumatischen Erlebnisse rund um den Krieg zu bewältigen.

Flucht nach 17 Jahren

17 Jahre lang leitete sie zusammen mit ihrem ukrainischen Mann im ostukrainischen Slowjansk das Kinderheim «Segel der Hoffnung». Doch am 24. Februar 2022 erwachte sie vom Knall der ersten russischen Raketenangriffe. Das veränderte ihr Leben radikal.

«77 Jahre lang haben wir uns jährlich an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges erinnert und einander versprochen: 'Nie wieder!' Wie konnte es dazu kommen, dass wir den Frieden in Europa, den wir uns alle so fest versprochen hatten, doch wieder verloren haben?», ging es ihr durch den Kopf. «Könnte das daran liegen, dass wir Frieden kaum bemerken, bevor wir ihn verlieren?», sagte sie gegenüber der Zeitung.

«Kannst du noch an Gott glauben?»

Und sie erklärt dazu: «Als überzeugte Christin beschäftige ich mich seit Jahren mit den Themen Frieden, Glaube und Hoffnung. Viele Menschen fragen mich: Wie kannst du immer noch an Gott glauben, nach all dem Schrecklichen, das du erlebt und gesehen hast?» Sie antwortet darauf: «Die unangenehme Wahrheit ist: Es gibt Böses in dieser Welt und auch in jedem von uns, etwas von dem die Bibel sehr offen spricht. Wir Menschen sind es, die nicht ans Böse glauben wollen. Wir wollen uns einreden, dass wir das Böse, wenn auch nicht ganz 'ausgemerzt', so doch mindestens durch Zivilisation, Wissenschaft und Gesetze unter Kontrolle gebracht haben.»

Eine unangenehme Wahrheit

Der neue Krieg sei für sie Beleg, dass Hass, Zerstörung, Tod und Krieg immer ein Teil der Menschheit sein werden. «Diese unangenehme Wahrheit zu verdrängen und zu ignorieren, ist sehr gefährlich.» Sie macht sich dazu keine Illusionen: «Man kann Frieden nicht erreichen, indem man Krieg ignoriert, in dem man wegschaut, weil es weh tut.» Denn: «Die harten, aber ehrlichen Worte der Bibel über das Böse in dieser Welt haben mir in den letzten Wochen viel mehr geholfen, als viele leere Floskeln der Politiker.»

Und sie begründet das mit ihrer eigenen Erfahrung: «Ich habe in den letzten 90 Tagen miterlebt, wie so viele der vermeintlich unerschütterlichen Dinge, auf die wir unbewusst unser Vertrauen setzen, zusammengefallen sind. Ich habe gesehen, wie leicht Sicherheit und Stabilität, Träume, Leben, ganze Städte und ein Land zerstört werden können.»

Dankbarkeit für dreifaches Wunder

Doch das hat ihren Glauben eher gestärkt als erschüttert. In ihrer wöchentlichen Kolumne schreibt sie am 25. Mai über ihre Dankbarkeit angesichts der Wunder, die sie in den vergangenen 90 Tagen erkannt habe:

«Erstens: Es gibt die Ukraine immer noch! Die Welt hat uns vielleicht drei Tage gegeben, aber unser armes, unbekanntes, oft verspottetes oder ignoriertes Land hat drei heldenhafte, tapfere, siegreiche Monate des Widerstands überstanden. Für mich ist das ein Wunder, ein Beweis dafür, dass Gott unsere Gebete erhört und immer noch in der Lage ist, Unmögliches zu tun.

Zweitens: An jedem dieser 90 Tage konnte ich Menschen helfen, sie ermutigen, sie evakuieren, sie mit Nahrung versorgen, Leben retten und ein Licht in der Dunkelheit sein. Und am Tag des Sieges, wenn in der Ukraine wieder Frieden herrscht, werde ich wissen, dass ich auf meine kleine Art und Weise ein Teil davon war. Was für ein Privileg, was für ein Segen!

Drittens: Ich habe Gottes erstaunliche Versorgung auf so viele verschiedene Arten erlebt: Als wir fliehen mussten, ohne eine Ahnung zu haben, wo wir landen würden, gab Gott uns im wahrsten Sinne des Wortes Zuflucht in seinem eigenen Haus. Wir wohnen nämlich in einem Kirchengebäude. Und dort wurden so viele unserer Leiden durch die liebevolle Fürsorge neuer Freunde geheilt.»

Das Tatzeugnis

Ihrem Hilfswerk «Segel der Hoffnung» ist es gelungen, die betreuten Kinder zu evakuieren und an einen sicheren Ort im Westen der Ukraine zu bringen. Ausserdem konnte der Verein zahlreiche weitere Menschen in Sicherheit bringen oder sie mit Nahrungsmitteln und Medikamenten unterstützen.

Ihre Kolumne vom 28. Mai schliesst sie mit einem Gebet ab: «Ich danke dir, Gott, dass du in jedem Augenblick dieser 90 Tage bei mir warst, für die Kraft und Liebe, mit der du mich erfüllst, für deinen Schutz, deine Versorgung und deine Führung. Bitte segne die Ukraine und bewirke weiter täglich Wunder.»

Zur Webseite:
Hilfswerk Segel der Hoffnung

Zum Thema:
Lebendige freikirchliche Szene: Ukraine hofft auf die Kirchen nach dem Krieg
Ukrainische Freikirchen: «Krieg kann nicht Gottes Wille sein»
Tschetschenische Söldner: Ein «heiliger Krieg» von Muslimen und Orthodoxen

Datum: 08.06.2022
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet

Werbung
Livenet Service
Werbung