Warum Besitz arm machen kann

«Das Leben kann man nicht kaufen»

Jesus war und ist eine Lichtgestalt, Geld und Besitz waren ihm nicht wichtig. Anders war es vermutlich bei Pierin Vincenz. Die frühere Lichtgestalt der Schweizer Bankenbranche steht unter Anklage.
Pierin Vincenz

Jesus war und ist eine Lichtgestalt, Geld und Besitz waren ihm nicht wichtig. Anders war es vermutlich bei Pierin Vincenz. Die frühere Lichtgestalt der Schweizer Bankenbranche steht unter Anklage.

16 Jahre war Pierin Vincenz Chef der Genossenschaftsbank, die unter seiner Leitung zur drittgrössten Bank der Schweiz und zur grössten Hypothekenbank wurde. Er war Banker des Jahres und in vielen gemeinnützigen Organisationen engagiert.

«Geld, Gier und Grössenwahn»

Vincenz hatte Erfolg auf ganzer Linie. Nun sieht er sich mit strafrechtlichen Vorwürfen konfrontiert: darunter Betrug, Bereicherung und Veruntreuung. Er soll sich Vergnügungen, auch Sexdienstleistungen, von seiner Bank als Spesen bezahlt haben lassen. Neben ihm sind weitere sechs Personen angeklagt. Vincenz drohen, wenn er verurteilt wird, sechs Jahre Gefängnis. Wegen des grossen Interesses tagt das Gericht im Zürcher Volkshaus. Die Wochenzeitung «Die Zeit» titelte über sein Leben «Geld, Gier und Grössenwahn».

Es geht hier nicht darum, sich über diesen Mann auszulassen oder ihn zu verurteilen, dafür ist das Gericht zuständig. Wer früher auf den Manager geschaut hat, war vermutlich der Meinung, hier einen Menschen zu sehen, der aus dem Vollen lebt: Er hatte Erfolg, Ansehen, Einfluss und Reichtum.

Jesus hatte Ansehen und Erfolg, aber keinen Besitz

Jesus lebte demgegenüber ein krasses Kontrastprogramm, nicht in allen Punkten, aber doch mindestens in einem: Er hatte keinen Besitz und keine finanziellen Mittel. Bekannt war Jesus schon und – je nach Massstab betrachtet – er hatte auch Erfolg.

Einmal wurde Jesus von zwei Brüdern angesprochen, die um ihr Erbe stritten und ihn baten, ihren Streit zu entscheiden. Jesus sagte zu ihnen: «Hütet euch vor der Habgier! Wenn jemand auch noch so viel Geld hat, das Leben kann er sich damit nicht kaufen.» (Die Bibel, Lukas-Evangelium, Kapitel 12, Vers 15)

Eine Spirale, die sich immer weiterdreht

Viele Menschen arbeiten dafür, sich materiell besser zu stellen, selbst dann, wenn sie schon ausgesorgt haben. Es ist eine Spirale, die sich unaufhörlich dreht. Fragen Sie mal jemanden, der viel besitzt, ob er reich ist. Er oder sie wird das ziemlich sicher verneinen.

Sind demnach Besitz und Geld unchristlich und abzulehnen? Nein, Besitz ist nicht per se ein Problem. Aber es ist eine Frage, wie ein Mensch zu Besitz gelangt, was er dafür tut und was er davon erwartet. Und mit diesen Fragen sollte sich jeder auseinandersetzen, nicht nur (vermeintlich) Reiche.

Wenn Besitz auf einen Holzweg führt

Mit Besitz verbinden viele Menschen Freiheit, Sicherheit und auch Glück. – Das sind alles keine falschen Dinge, aber Jesus sagt dazu: «Das Leben kann sich niemand kaufen.» Wer glaubt, sich das Leben selbst verschaffen zu können, der irrt. Weil es nur von dem kommt, der der Ursprung allen Lebens ist und der sein eigenes Leben verschenkte.

Jesus verspricht den Menschen nicht Ansehen und Erfolg und schon gar nicht Wohlstand, sondern das Leben. Aber, was ist das Leben wert ohne Erfolg, Ansehen und Wohlstand? Das können vor allem diejenigen sagen, die diese Dinge – durch was auch immer – mit einem Mal verloren haben; andere laufen Gefahr, weiter auf diesem Holzweg unterwegs zu sein, um glücklich zu werden.

Jesus: «Wie dumm du doch bist!»

In der genannten Bibelstelle erzählte Jesus, nach seiner Antwort an die streitenden Brüder, eine Geschichte: Ein Bauer hatte eine riesige Ernte. Er wollte sich auf seinem Wohlstand ausruhen und das Leben geniessen. Zu ihm sagt Gott: «Wie dumm du doch bist! Noch in dieser Nacht wirst du sterben. Wer bekommt dann deinen ganzen Reichtum, den du angehäuft hast?» Und Jesus kommentiert: «So wird es allen gehen, die auf der Erde für sich selbst Reichtümer anhäufen, aber mit leeren Händen vor Gott stehen.»

Das Problem ist nicht der Reichtum an sich, sondern dass er den Blick für das wirklich Wichtige verstellt. Wer Besitz hat oder gar reich ist, der glaubt, aus dem Vollen schöpfen zu können. Dabei steht er – wie jeder – mit leeren Händen vor Gott, weil Reichtum und Besitz nicht zum echten Leben führen. Der reiche Bauer ist für Jesus ein Narr und bettelarm vor Gott. Doch er erkennt das nicht!

Wie stehen Sie vor Jesus da?

Was glauben Sie, wie Sie vor Jesus dastehen? Vielleicht zucken sie bei der Frage nur mit den Schultern und haben darauf keine Antwort. Lesen Sie doch mal in einem der Evangelien, den vier Büchern der Bibel, die das Leben von Jesus und seine Worte zum Inhalt haben. Ich empfehle Ihnen das Johannes-Evangelium, weil es am stärksten vermittelt, dass Jesus Sie liebt und Ihnen seine Freundschaft anbietet. Es ist auch das Evangelium der Gespräche. Lassen Sie diesen Text einmal zu sich sprechen. Das Johannes-Evangelium ist nur einen Klick von Ihnen entfernt.

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Datum: 27.01.2022
Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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