Luca Hänni

Die Mutter weiss ihren Luca in Gottes Händen

Der 17-jährige Maurerlehrling aus dem Berner Oberland ist umjubelter Sieger bei «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS). Der junge Star hielt seinen Wohnort wochenlang in Atem. «idea Spektrum» sprach mit seiner Mutter und seiner Grossmutter, zwei gläubigen Frauen, die Luca auf seinem Weg das Beste mitgegeben haben.
Luca Haenni

Die 6000-Seelen-Gemeinde Uetendorf bei Thun ist seit Wochen völlig aus dem Häuschen. Überall hängen «Luca»-Plakate, Teenies belagerten Lucas Wohnhaus, Nachbarn öffneten kistenweise Fanpost, Lucas Bett ist voller Plüschtiere. Der Tumult forderte ein prominentes Opfer: Der Gemeindepräsident übergab die Geschäfte kurzfristig an seinen Vize. «Wir sagen nichts, um die Familie zu schützen», hiess es bei der Gemeindeverwaltung. Ein Briefträger meinte diplomatisch: «Das ist nicht mein Zustellkreis.» Schliesslich gelang es «idea-Spektrum» doch, mit Lucas Mutter Marianne Schmid und «Grosi» Vreni Hänni zu sprechen.

In eine neue Welt eingetaucht

«Eigentlich sind wir ja Menschen, die nicht so in der Öffentlichkeit stehen», sagt Lucas Mutter Marianne Schmid. «Dann hat sich unser Sohn für ein Casting beworben. Seither rennen wir den Terminen hinterher.» Die engagierte Lehrerin hat kürzlich ihren 50. Geburtstag gefeiert. Sie sagt: «Wir sind urplötzlich in eine völlig neue Welt hineingeraten. Mein Arbeitstag hat plötzlich 24 Stunden.» Eine Dorfbewohnerin meint: «Luca ist trotz allem Rummel irgendwie sich selbst geblieben.» «Wir wollten unsere Kinder so erziehen, dass sie ‹gebödelet› (auf dem Boden bleiben -Red) sind. Als Eltern wollten wir ihnen Werte vorleben», sagt Marianne Schmid. Vor dem Final stand die vierfache Mutter unter erheblichem Druck. Auf einmal kamen grosse Bedenken auf: «Was geht da eigentlich ab? Kann Luca damit umgehen? Hat er das nötige Fundament?» Sie tröstet sich damit, dass Luca tragende Werte fürsein Leben mitbekommen hat.

Der heimliche Dorfprinz

Überall im Dorf hängen Plakate. «Unser Luca» leuchtet dem Betrachter dutzendfach entgegen. Der lässige junge Mann mit nacktem Oberkörper und Gitarre auf den Schultern ist einer von hier. Das Dorf steht hinter ihm. Am meisten natürlich die Teenies. «Und die Grossmütter», meinte eine über 70-jährige Frau. Der sympathische Maurer-Lehrling eroberte halb Europa im Sturm. Dass es ein «Eidgenosse» so weit geschafft hatte, bescherte dem deutschen Privatsender RTL Traumquoten. Auch die helvetische Presse stimmte sich auf Luca ein. «Praktisch jede halbe Stunde kommt ein Anruf eines Journalisten», bestätigt Lucas Mutter.
«Auch spätabends. Ich wundere mich über die langen Arbeitszeiten dieser Leute.» Die Popularität ihres Lehrlings ist auch der Firma Frutiger AG etwas wert. Luca Hänni wurde für DSDS freigestellt und kann seine Maurerlehre jederzeit weiterführen. «So etwas ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich», ist Grossmutter Vreni Hänni überzeugt.

Grosi bleibt Ruhe in Person

«Natürlich freue ich mich für Luca. Aber eigentlich hätte ich auch ohne das Ganze genug Arbeit», sagt die vife Seniorin. Niemand sähe Vreni Hänni ihre 85 Jahre an. Sie engagiert sich im Bazarteam der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Uetendorf, stellt für jährlich sechs Kirchen- «Frouezmorge» Früchtebrot und Konfitüre her und hilft im Bistro des örtlichen Altersheims mit. «Das hält mich jung, frisch, munter und dankbar», verrät sie. Luca und seine Geschwister haben bei ihrem Grosi ein zweites Zuhause. Lucas Musikzimmer dient der belesenen Frau auch als Bibliothek. Bibeln und Bücher von Jörg Zink schmücken die Regale ebenso wie Atlanten und Lexika. «Ich bin dankbar für den heutigen Tag. Den morgigen nehme ich, wie er kommt», sagt Vreni Hänni. Trotz aller Hektik bleibt für sie die Kirche im Dorf.

«Alles nach oben abgeben»

Während ihrer ersten Ehe entschied sich Marianne Schmid für einen verbindlichen Glauben an Jesus Christus. Ihr damaliger Mann hatte Mühe mit dieser Entscheidung. Marianne Schmid freut sich, seit sieben Jahren mit ihrem zweiten Mann «auch im Glauben den Weg gemeinsam zu gehen». Das vermittelt ihnen innere Ruhe und Zufriedenheit. 

Als «der ganze Rummel» langsam ungeahnte Dimensionen annahm, stellten sich Marianne und Peter Schmid die Frage: «Was will Gott in dieser Situation von uns? Was sollen wir daraus lernen?» Für die Mutter ist klar: «Jesus selber ging mitten hinein ins Leben. Er verweilte nicht bei den Tiefgläubigen in geschützten Räumen.» Und so liess sie ihren Sohn getrost in den Final ziehen: «Soll Luca gewinnen oder besser nicht? Wir geben alle diese Fragen nach oben ab. Gott wird nur das zulassen, was für Luca richtig ist.» So reiste die Familie am Wochenende erneut nach Köln. Das «Wunder» geschah: Luca Hänni ist neuer DSDS-Superstar! Marianne Schmid bleibt gelassen. Sie weiss Lucas weiteren Weg in Gottes Händen, wie auch ihren eigenen. Sie, die immer wieder in der Natur unterwegs ist und über die vielen Wunder Gottes staunt, sagt überzeugt: «Ich möchte einfach Vertrauen haben in das, was ich im Leben von Luca säen durfte.»

Diesen Artikel hat uns freundlicherweise «Idea Spektrum Schweiz» zu Verfügung gestellt.

Datum: 03.05.2012
Autor: Thomas Feuz
Quelle: ideaSpektrum Schweiz

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