Verborgene Botschaft von Michelangelo?

Sixtinische Kapelle

Das Fresko „Die Scheidung von Licht und Finsternis" von Michelangelo Buonarroti, soll eine seltsame Botschaft enthalten. Hat das Genie bei seiner Darstellung der Schöpfungsgeschichte nur geschlampt? Oder versteckt sich hinter dem vermeintlichen Patzer eine subtile Kritik an der katholischen Kirche?
Mitteilung

US-Hirnforscher meinen etwas entdeckt zu haben: Michelangelos berühmtes Gemälde enthalte eine unterschwellige Kritik am Vatikan. Im Fachmagazin „Neurosurgery" legen die Wissenschaftler Ian Suk und Rafael Tamargo ihre Vermutung dar. In der Region zwischen Kinn und Kehle des abgebildeten Schöpfers erkennen die beiden die Darstellung eines menschlichen Gehirns - in für den Anatomie-Spezialisten Michelangelo typisch exakter Ausarbeitung.

Ungewöhnlicher Hals

Kunsthistoriker hatten sich immer wieder über die vermeintliche Deformation des Halses von Michelangelos Gottesdarstellung gewundert. Dabei handele es sich aber nicht um einen Patzer, sondern die detailgetreue Darstellung von Stamm-, Gross- und Kleinhirn, so die Wissenschaftler. „Die Anatomie des Halses ist sehr ungewöhnlich", erklärt Tamargo gegenüber der Zeitung „The New York Times". „Man könnte meinen, Michelangelo hätte einen sehr schlechten Tag gehabt. Das ist aber eher unwahrscheinlich, da er ausgesprochen genau arbeitete."

Stiller Protest?

Die Wissenschaftler vermuten versteckte Kritik als Hintergrund für die Platzierung. Immer wieder war Michelangelo mit dem Vatikan in Konflikt geraten. Schliesslich erweiterte der Künstler seine Anatomiekenntnisse durch die Obduktion von Leichen - sehr zum Missfallen der Kirche. Natürlich konnte der Renaissancemaler keinen offenen Affront mit seinem Hauptgeldgeber riskieren. So könnte eben die Integration eines sehr menschlichen Organs in die göttliche Schöpfung als ein subtiles Ventil für den Ärger des Künstlers gedient haben.

Es ist nicht das erste versteckte Organ, das in einem Michelangelo-Gemälde entdeckt wurde. Neben einer weiteren Hirndarstellung in „Die Erschaffung Adams", erkannte vor gut zehn Jahren ein Medizinprofessor in einem weiteren Werk die Abbildung einer menschlichen Niere.

 

Quelle:Neurosurgery

Datum: 14.07.2010

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