Herrlich, übernehmen Sie!

Er war der Star bei Borussia Dortmund. Dann wurde bei Heiko Herrlich ein bösartiger Hirntumor festgestellt. Dieser konnte bezwungen werden, der engagierte Christ wurde Botschafter der deutschen Krebsgesellschaft. Nun hat er das Traineramt beim VfL Bochum übernommen.
So berichtete
Heiko Herrlich hält
Vor zehn Jahren: Heiko

An Heiko Herrlich war in der Saison 1994/95 kein Vorbeikommen - respektive der Stürmer kam an allen anderen vorbei und wurde Torschützenkönig in der Bundesliga. Dies bei Borussia Mönchengladbach, im Anschluss wurde er fünfmal in die Nationalmannschaft berufen, wo er zusammen mit Jürgen Klinsmann stürmte, wegen einer Verletzung gelang aber der Sprung schliesslich nicht.

Mit Nebengeräuschen wechselte Herrlich anschliessend von Mönchengladbach zu den Borussen aus Dortmund, wo er in 132 Einsätzen 42 Tore erzielte.

Insgesamt trugt der Stürmer von 1989 bis 2004 258 Bundesliga-Partien aus. 76 Tore erzielte der Athlet für Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund. Als Spieler bei Bayer 04 Leverkusen (von 1989 bis 1993) gründete Herrlich gemeinsam mit dem Brasilianer Jorginho einen Bibelkreis.

Harte Diagnose

Am 14. März 2001 lud Heiko Herrlich die Medien zum Gespräch. In Deutschland gab es vermutlich nie eine Fussballer-Pressekonferenz, bei der so viel von Gott die Rede war (O-Ton «idea»). Er trat damit erstmals wieder an die Öffentlichkeit, nachdem bei ihm im November 2000 ein bösartiger Gehirntumor entdeckt wurde.

Der damals 29-Jährige schilderte, dass der Tumor an einer Stelle im Mittelhirn wuchert, an der eine Operation gefährlich ist. Die bösartige Geschwulst reagiere aber empfindlich auf Strahlen - so therapierten die Ärzte mit solchen. Nach sechs harten Wochen war der Tumor vernichtet.

Inneren Frieden gefunden

Der genesene Stürmer dankte Familien, Freunden und Ärzten, einem aber im besonderen: «Aller Dank mündet zuletzt ein in den Dank an Gott, der mir solche Menschen an die Seite gestellt hat und mich durch diese Tage getragen hat. Durch ihn habe ich immer wieder neu Trost und Kraft und inneren Frieden erfahren. Das ist eine Erfahrung, die ihren Wert auch über diese Wochen hinaus behalten wird und die ich auch anderen von Herzen wünsche. Den Menschen, die an einer ähnlichen oder der gleichen Erkrankung leiden wie ich, möchte ich Mut zusprechen und gute Besserung wünschen.»

Nicht zu akzeptieren

Die Medienvertreter wollten mehr über den Umgang mit der Krankheit wissen. Heiko schilderte, dass ihn zuerst Ängste und Zweifel angriffen. Ruhe gefunden habe er im Gebet. Und dies ging so weit, dass er die ersten Tage nach der Krebsdiagnose als «die glücklichste Woche meines Lebens» bezeichnete. Denn ihm sei klar geworden, dass jeder Tag zähle und nicht, ob er noch vierzig Jahre lebe. Nicht zu akzeptieren sei, so der heutige Trainer des VfL Bochum, dass man in schlechten Zeiten über Gott herzieht und ihn in guten Zeiten vergisst.

Herrlich, übernehmen Sie!

Kurz nach seiner Genesung bot im die Borussia Dortmund eine Vertragsverlängerung an. Im Jahr darauf konnte Herrlich seinen zweiten Meistertitel mit den Borussen feiern.

Nach einer Verletzung anno 2004 beendete er seine Laufbahn als Spieler und wechselte an die Seitenlinie, von 2005 bis 2007 coachte er die U-19-Junioren der schwarzgelben Dortmunder, anschliessend die U17 und später die U19-Nationalmannschaft.

Seit dem 27 Oktober leitet Herrlich nun die Geschicke des VfL Bochum als Cheftrainer. Nach sechs Spielen und nur vier Punkten trennte sich der 1848 gegründete Verein vom Schweizer Marcel Koller und unterbreitete Heiko Herrlich einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012.

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Datum: 18.11.2009
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Jesus.ch

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