Mitten im Schrecken

«Gott benutzt Rumänen in Zeiten wie diesen»

Freiwillige der rumänischen Baptistengemeinden bringen Lebensmittel und Hilfsgüter zu einer Abgabestelle in der Ukraine. Pastor Sabin Boruga gehört zu den Koordinatoren der Einsätze – er beobachtet, wie Gott in dunklen Zeiten hilft.
Pastor Sabin Boruga mit seiner Familie
Rumänische Baptisten helfen ukrainischen Flüchtlingen

Pastor Sabin Boruga löscht die Fotos, die in seiner WhatsApp-Gruppe auftauchen gleich wieder. Die Bilder der schrecklichen Szenen, die sich in den von der russischen Invasion verwüsteten ukrainischen Städten abspielen, fliessen neben hoffnungsvollen, ermutigenden Bildern von rumänischen Baptisten, die Flüchtlingen entlang der Grenze helfen, in den Textstrom ein.

«Mein Herz kann die Fotos der Leichen nicht ertragen, also lösche ich sie... und obwohl ich nicht jemand bin, der leicht weint, rührt es mich, wenn ich sehe, wie Väter ihre Familien an der Grenze zurücklassen müssen, während sich die Kinder an ihnen festhalten wollen», sagt Boruga, ein baptistischer Gemeindegründer in der rumänischen 28'000-Einwohner-Stadt Sighisoara.

Christen halfen früh

«Die rumänischen Baptistengemeinden waren die ersten, die Flüchtlinge aufgenommen haben», sagt Boruga. Baptisten-Pastoren seien seit Beginn des Krieges Ende Februar ununterbrochen im Einsatz. Einige engagieren sich an der Landesgrenze und versorgen Flüchtlinge mit Lebensmitteln, Kleidung und anderen Hilfsgütern, andere verwalten die in den Kirchengebäuden eingerichteten Behelfsunterkünfte.

Die Kirchenleiter haben schnell gehandelt und ihre Tätigkeiten angepasst, um den überwältigenden unmittelbaren Bedürfnissen der mehr als eine halbe Million Ukrainer, die durch Rumänien strömen, zu genügen.

Erschöpft

«Es ist anstrengend... aber Gott benutzt uns und wir wollen uns nicht beklagen», hält Boruga weiter fest. «Wir bemühen uns, die Leiter vor dem Ausbrennen zu bewahren, indem wir sie bitten, sich abzuwechseln, zu schlafen und über ihre Erlebnisse zu sprechen.»

Boruga reist durch das Land, um die Helfer zu ermutigen und Verbindungen zwischen denen, die Hilfsgüter sammeln, und den Helfern an der Front herzustellen. Er verbringt jeden Morgen Zeit im Gebet und schreibt seine Gedanken auf, um seinen eigenen Verstand zu bewahren. «Wir können nicht allen helfen, und es ist schwer, aussuchen zu müssen, wem man hilft.»

Mit seiner Frau und anderen Mentoren darüber zu sprechen, hilft ihm bei der Bewältigung. Er ermutigt die anderen Pastoren, dies ebenfalls zu tun und zu lernen, wie sie den Ukrainern helfen können, ihr Trauma zu verarbeiten.

«Hände und Füsse Jesu sein»

«Gott benutzt die Rumänen in Zeiten wie diesen. Wir sollen die Hände und Füsse Jesu sein, aber wir müssen auch unseren Mund benutzen, um das Evangelium weiterzugeben und Jünger zu machen», bilanziert Boruga. «Gott kann diese Zeit nutzen, damit viele Menschen Jesus Christus kennenlernen. Und die Ukrainer kommen zu Christus und lassen sich taufen.»

Gott gibt Hoffnung in den dunklen Zeiten. «Er wird uns die Weisheit geben, was wir tun sollen. Wir wollen als treu befunden werden.»

Boruga und seine Frau Mirella sind gebürtige Rumänen. Das Paar lebte in den frühen 2000er-Jahren vier Jahre in Crockett, Texas in der West Side Baptist Church, als er am Southwestern Baptist Theological Seminary in Fort Worth studierte. Im Jahr 2009 kehrte die Familie nach Rumänien zurück und hat sich seitdem darauf konzentriert, Jünger zu machen, Gemeinden zu gründen und Pastoren auszubilden. Die Borugas haben zwei Kinder, Emily (14) und Ioel (10).

Sabin Boruga bittet um Gebet für:

  • Weisheit
  • Dass Gott den Mitarbeitern hilft, die Flüchtlinge für Christus zu erreichen.
  • Um Möglichkeiten, das Evangelium mit den Flüchtlingen zu teilen.
  • Dass wir ein Licht in der Dunkelheit sind.
  • Für die Gesundheit der Pastoren und Freiwilligen.

Zur Webseite:
goronow.com

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Datum: 04.05.2022
Autor: Daniel Gerber / Jennifer Davis Rash
Quelle: Livenet / The Alabama Baptist

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