Offizieller Bericht der OSZE

2020: 70 Prozent mehr antichristliche «Hassverbrechen»

Aus einem OSZE-Bericht geht hervor, dass Graffiti, Vandalismus und Brandanschläge gegen Kirchen zu den häufigsten Hassverbrechen (Hate Crimes) gehören. Für 2020 wurden 70 Prozent mehr Fälle gemeldet als im Jahr 2019.
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Aus einem OSZE-Bericht geht hervor, dass Graffiti, Vandalismus und Brandanschläge gegen Kirchen zu den häufigsten Hassverbrechen (Hate Crimes) gehören. Für 2020 wurden 70 Prozent mehr Fälle gemeldet als im Jahr 2019.

Das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR) der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat am 16. November, dem Internationalen Tag der Toleranz, seine «Hate Crime Data 2020» vorgestellt. Das BDIMR sammelt Daten von Staaten, staatlichen Statistiken, der Zivilgesellschaft, internationalen Organisationen und UNHCR- und OSZE-Missionen. Die Datenbank der Organisation zu Hassverbrechen sei die «grösste ihrer Art weltweit». Sie wird jedes Jahr aktualisiert.

Laut BDIMR sind Hassverbrechen «kriminelle Handlungen, die durch Voreingenommenheit oder Vorurteile gegenüber bestimmten Gruppen von Menschen motiviert sind. Sie bestehen aus zwei Elementen: einer Straftat und einer voreingenommenen Motivation».

Hassverbrechen gegen Christen

Das BDIMR erklärt, dass Hassverbrechen gegen Christen «von einer Reihe von Faktoren beeinflusst werden, darunter der Minderheiten- oder Mehrheitsstatus in einem bestimmten Gebiet, der Grad der Anerkennung bestimmter religiöser Gruppen in einem bestimmten Land oder die politische und mediale Aufmerksamkeit für diese Gruppen zu einem bestimmten Zeitpunkt». Die Berichterstattung des BDIMR über Hassverbrechen «umfasst Berichte über körperliche Angriffe und Morde. Graffiti und Vandalismus gegen Gotteshäuser, die Schändung von Friedhöfen und Brandanschläge auf Kirchen sind einige der häufigsten Arten von Verbrechen, die durch Vorurteile gegen Christen motiviert sind», unterstreicht der Bericht.

In Frankreich beispielsweise hat die Zahl der Brandanschläge auf Kirchen erheblich zugenommen, und in Schottland ist das Problem so gross, dass die Kirche nun finanzielle Unterstützung aus einem Fonds für Hassverbrechen erhält, um ihre Sicherheitsmassnahmen zu verbessern.

Zusätzlich zu den Daten wurde seit 2004 in Beschlüssen und Erklärungen des OSZE-Ministerrats «ausdrücklich auf die Bedeutung der Bekämpfung von Vorurteilen, Intoleranz und Diskriminierung gegenüber Christen hingewiesen», so das BDIMR.

980 Straftaten im Jahr 2020

Im Jahr 2020 erhielt das BDIMR insgesamt 7'181 Fälle von Hassverbrechen gegen verschiedene Gruppen und Einzelpersonen. 4'008 davon waren beschriebene Fälle, der Rest waren polizeiliche Daten aus einzelnen Mitgliedsstaaten.

Von diesen 4'008 beschriebenen Fällen sind 980 Hassverbrechen gegen Christen, also fast 25 Prozent, mehr als gegen jede andere religiöse Gruppe. Vergleicht man die Zahl der Vorfälle im letzten Jahr mit der in diesem Jahr, so ist ein Anstieg von fast 70 Prozent zu verzeichnen.

Nur elf Länder – Dunkelziffer sehr hoch

Die Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa (OIDAC), eine Gruppe, die die Religionsfreiheit auf dem Kontinent überwacht, betont jedoch, dass «nur elf Länder Daten über Hassverbrechen gegen Christen melden [...], und von den 136 Organisationen, die Daten zur Verfügung gestellt haben, haben nur ach Organisationen durchgängig Vorfälle gegen Christen gemeldet, so dass dies die Statistiken offensichtlich erheblich verzerrt».

«Diese beiden Erkenntnisse lassen die Realität in einem anderen Licht erscheinen, was darauf hindeutet, dass die tatsächliche Zahl der Hassverbrechen gegen Christen wahrscheinlich viel höher ist», fügt die OIDAC hinzu.

Zum Thema:
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Datum: 28.11.2021
Autor: Evangelical Focus / Reinhold Scharnowski
Quelle: Evangelical Focus / Übersetzung: Livenet

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