Himmelfahrt als Brückentag

Wo Himmel und Erde sich berühren

Himmelfahrt ist Brückentag. Und das nicht nur weil sich für Ferien eine «Brücke
Himmel

» von Donnerstag bis Sonntag bauen lässt.

Von der Himmelfahrt (Auffahrt) heisst es: «Als Jesus geredet hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken» (Die Bibel, Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 9). Die Wolke macht deutlich: Jesus ist nun in den Himmel, den Bereich Gottes, enthoben. Hier berühren sich Himmel und Erde, Reich Gottes und Reich der Welt für einen Moment.

Wenn Gottes Welt und die Menschenwelt sich berühren

War das nicht schon vorher so, als Gott in Jesus Christus den Menschen nahe kam wie noch nie? Wird dieses Nahe-Kommen nicht auch im Opfertod am Kreuz sichtbar? Jesus sagt zu einem Mitgekreuzigten: «Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein» (Lukas 23,43). Werden hier nicht Freiheit, Versöhnung, Vergebung und Gnade deutlich?

Mit der Auferweckung Jesu von den Toten bekräftigt Gott, dass er als Erlöser für die Sünden der Menschen gestorben ist. In seiner Auferstehung ist meine mitverbürgt. Das macht Paulus deutlich (1. Korinther 15,20-22). Mit der Himmelfahrt wird die neue Freiheit sichtbar. Jesus ist König; er wird inthronisiert: «Die Grösse seiner Macht hat Gott an Jesus Christus erwiesen, da er ihn allein von den Toten auferweckt hat. Er hat ihn im Himmel an seine rechte Seite gesetzt. Das bedeutet: Jesus Christus thront über allen Machthabern, Gebietern, Majestäten und über allen Mächten, die man bei ihrem Namen anrufen kann, jetzt und in der kommenden Welt. Und Gott hat ihm alles zu Füssen gelegt und unterworfen und ihn zum Haupt der Kirche gemacht. Die Kirche ist sein Leib» (Epheser 1,20-23).

Geist der Freiheit

Gott hat in seiner Freiheit Jesus in den Himmel gerückt. Aber wo kommt für uns auf Erden diese Freiheit, dieses Hineinwirken, diese Brücke vom Himmel auf die Erde, von der Ewigkeit in die Zeit, zum Ausdruck? Die Antwort gibt das Neue Testament mit dem Pfingstbericht in der Apostelgeschichte und in den Briefen.

Jesus, der Auferstandene, der seit Himmelfahrt mit höchsten Machtbefugnissen versehen ist, gibt uns seinen Heiligen Geist. So ist Christus bzw. sein Geist in jedem Gläubigen auf der Erde anzutreffen. Seinen Leib bilden Menschen, die mit ihm leben. So breitet sich sein Reich hier und heute aus. Wer Jesus heute sucht, findet ihn in seinem Leib, der Gemeinde. Die Gemeinde hat neben allem Irdischen und Fehlerhaften, neben allem Sündigen und Erneuerungsbedürftigen, Christus unter sich, den Erlöser, den Herrn, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist. Gemeinde, Leib Christi, ist am Wirken – und so kommt Ewigkeit in unsere Zeit.

Mit dem Himmel verbunden

In den Worten des Unser Vaters «wie im Himmel, so auf Erden» können wir Himmelfahrt gleichsam als Brückentag der Freiheit entdecken: Weil Jesus gen Himmel gefahren ist, kommt sein Geist auf die Menschen, die sich ihm anvertrauen. Dieser Geist wirkt auch heute Freiheit, Vergebung, neues Leben. Himmelfahrt macht uns auf den Himmel aufmerksam. Wir sind schon Himmelsbürger. Himmelfahrt ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Brückentag, der uns die Verbindung zum Himmel verdeutlicht.

Jesus im Himmel ist nicht das Ende. Nein. Jesus, der in der Herrlichkeit beim Vater ist, kommt wieder auf die Erde zurück. Und das wird für seine Gemeinde paradiesisch.

Datum: 29.05.2014
Autor: Andreas Reich
Quelle: Wort+Wärch

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