Von Microsoft aufs Missionsfeld

Fussball und Gefängnis statt Computer und Geld

David Dwyer gehörte zu den einflussreichsten Buch-Autoren während der Internet-Revolution. Der Microsoft-Mitarbeiter lebte in einem Traumhaus in Seattle. Heute wohnt er in Chile und geht regelmässig ins Gefängnis. Aber nicht etwa wegen einem äusseren oder inneren Totalabsturz. Im Gegenteil.

Zoom
David Dwyer
David war das jüngste von zehn Kindern. «Wir lebten auf dem Campus der 'Case Western Reserve University'. Alle kannten uns, weil wir zehn Geschwister waren.» Als David zehn Jahre alt war, verschwand sein Vater. «Er gab meinem ältesten Bruder Geld und sagte: Deine Mutter hat bald Geburtstag, kauf ihr etwas Schönes.» Er sagte, dass er auf eine Geschäftsreise geht. «Er ging, das war das letzte Mal, dass wir ihn sahen. Er schrieb einen Brief an unseren Familienarzt, es sei ihm zu viel geworden.»

Die Mutter sagte, «dass wir für Vater beten sollen». Sie hatte bisher als Kindergärtnerin gearbeitet, wechselte aber nun den Job und schob Doppelschichten. Sie machte Handarbeiten mit Kindern, ein neues Konzept anno 1966 im Spital, und am Abend arbeitete sie als Krankenschwester-Assistentin. «Mutter war ein grosses Beispiel für eine gläubige Frau, die ganz auf den Herrn baut.»

Verleger aus Leidenschaft

«Jesus war für mich sehr real. Ich entschied mich für ein Leben mit ihm, als ich in die erste Klasse kam.» Daneben war David der Fussball wichtig. «Ich spielte meist mit älteren Spielern, was mich besser machte.»

Nach der High-School begann er, Bücher zu verlegen, darunter insbesondere Werke über Web-Technologie. «Wir veröffentlichten 'New Riders' von Scott Kelby, welches das weltweit bestverkaufte Photoshopbuch wurde.» Es folgten fünf Jahre bei Microsoft, wo er verschiedene Veröffentlichungen verantwortete.

Mutig darüber reden

Er glaube, dass man gesegnet werde, wenn man sich an den Herrn halte. «Wenn ich meine Lebensgeschichte erzähle, sage ich, dass die Leute nicht eine Drogen- oder Alkohol-Vergangenheitsgeschichte erwartet. Ich versuchte einfach, Jesus täglich an meinem Arbeitsort bekannt zu machen.» Er sei täglich zur Arbeit gefahren, mit dem Gedanken, dass dies sein Missionsfeld sei.

Oft hätten die Arbeitskollegen von den verrückten Dingen gesprochen, die sie am Wochenende getan hatten. «Ich dachte, wenn sie bereit sind, über wirklich dumme Dinge zu sprechen, warum sollte ich nicht sagen, dass ich mit einer Jugendgruppe unterwegs war? Oder an einem christlichen Konzert?» Und so habe er begonnen, dies in seine Gespräche einzuweben. «Mein Glaube ist ein Teil von mir, er ist das, was ich bin.»

Ein Traumjob, aber …

Die Familie lebte im gewünschten schönen Haus an einem ihrer Lieblingsorte. «Wir fuhren Ski und Snowboard als Familie und besuchten eine tolle Kirche, ich war mit dem Pastor befreundet.» Der Traumjob habe täglich Freude bereitet. «Das Leben war wirklich gut.» Gleichzeitig sei er stets auch missionsorientiert gewesen.

Eines Sonntags sprach der Pastor über das Thema «Mission». «Er deutete dabei auf mich und sagte: 'Da ist einer, der an der Windows-Webseite arbeitet'. Dann zeigte er auf den nächsten und sprach so über mehrere erfolgreiche Gemeindebesucher. Er übertrug dadurch die Geschichte mit den Fischern aus der Bibel ins heutige Leben. Die Fischer waren damals erfolgreich. Sie besassen Boote, Netze und vieles mehr.»

In den nächsten Wochen dachte David mehrmals während Microsoft-Meetings: «Was wäre, wenn Jesus reinkommen würde und fragen: 'David, willst du mit mir kommen?'»

«Wir messen uns mit Jesus»

Seine Frau Michelle sprach nach zwei Wochen das Thema an und die beiden stellten fest, dass sie den gleichen Gedanken bewegt hatten. Ein Kurzaufenthalt in Chile folgte und bald war klar, dass dies ihr neuer Ort werden würde.

Gerade war «Windows Vista» erschienen. «Wenn ein Schlüsselprodukt erschienen ist, wollen die Chefs die wichtigen Leute behalten, im Team oder in einer anderen Position innerhalb der Firma.» Doch er erklärte seinem Vorgesetzten, dass er gehen wollte. Dieser sprach mit seinem Boss darüber und der regte an, alles in seiner Macht zu tun, dass David Dywer bleibt. Aktien, Lohnerhöhung und so weiter. Der Vorgesetzte erwiderte: «Er lässt sich nicht überzeugen!» Da fragte der Boss: «Geht er zu Google?» «Nein!» «Zu Apple?» «Nein. Wir messen uns mit Jesus Christus.»

Beim Meeting legte David dar, dass er realisiert hat, dass alles, was er hat und tut, vom Herrn kommt. Und nun komme der Moment, wo er dies zur Ehre Christi zurückgeben wolle.

Zum Botschafter geworden

Er glaube, dass alles, was er bis zu diesem Zeitpunkt beruflich getan habe, in der Mission helfe. «Wir sind Gastgeber und Planer von Kurzeinsatz-Teams, die mit der Mission 'IberoAmerican Ministries' nach Südamerika kommen, um in Chile, Ecuador und Peru Gemeinden zu gründen.» Zudem überarbeitete er den Web-Auftritt der Mission.

Daneben gliederte er, zusammen mit einem Freund, die Fussballarbeit seiner lokalen christlichen Gemeinde dem internationalen Fussbaldienst «Ambassadors in Football» an, einer weltweit tätigen christlichen Sportorganisation. Inzwischen leitet David Dwyer den chilenischen Zweig. «Wir arbeiten mit Kindern, trainieren sie und organisieren Tourniere; in Santiago haben wir einen Gefängnisdienst. Wir wünschen, dass dieser Dienst in Chile wächst und weitere Länder in Südamerika dazu kommen.» Inzwischen gehört er auch dem Vorstand des Internationalen Teils der Ambassadors an.

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Datum: 14.05.2018
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Risen Magazine

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