Kunden vor Betrug schützen

Zauberei und Esoterik bei «eBay» unerwünscht

Das Internet-Auktionshaus «eBay» verbietet die Versteigerung immaterieller Güter. Der Verkauf von «Zaubersprüchen, Flüchen, Hexerei, Beschwörungen, Magie, Zaubertränken, Gebeten und Segnungen» sei nicht mehr zulässig.

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Kein Platz mehr für Paranormales.
Die englischsprachige «eBay»-Plattform will ab 30. August beinahe 100'000 derzeit verfügbare Artikel nicht mehr anbieten. Der Grossteil der betroffenen Angebote lässt sich der Esoterik zuordnen. Auch heilerische Sitzungen und Dienstleitungen von Wahrsagern entfallen. Laut «eBay» soll diese Massnahme Kunden vor Betrügern schützen, die Waren ohne wirklichen Nutzen anböten, und man erhoffe sich so viele Reklamationen zu ersparen: «Die Beschwerden enttäuschter Zauberspruch-Käufer sind für die Plattform ein Ärgernis, dem nicht nachgetrauert werden wird.»

«Gesundheit gefährdet»

Das Angebot an spirituellen Dienstleistungen und Produkten bei «eBay» ist riesig. Die einfache Erreichbarkeit von Opfern zieht Scharlatane aller Couleur an. «Wahrsager und ähnliche Rattenfänger sind ein Riesenproblem. Durch das Internet, das den Kontakt zu potenziellen Opfern vereinfacht, hat sich die Situation noch verschlimmert. Das Angebot ist gewachsen. Die möglichen Schäden für die Opfer sind einerseits finanziell, andrerseits kann es aber auch zu falschen Entscheidungen kommen, die gesundheitsschädlich sind», sagt dazu Ingo Heinemann von der Aktion für Geistige und Psychische Freiheit.

Gebete auch betroffen

Gebete werden allerdings von der Sperre auch betroffen sein. Der Gründer der Jugendbewegung «Jesus Freaks» und Initiator der Volxbibel, Martin Dreyer, versteigerte ein Gebet bei «eBay». Seinerzeit bot er an, für den Höchstbietenden sieben Monate lang mindestens einmal wöchentlich zu beten. Den Erlös von 232 Euro spendete Dreyer der Missionarin Claudia Bernhardt in Mosambik. «Ich wollte damit Werbung machen, dass Gott Gebete erhört». Schon seit Jahren sind solche Aktionen bei «eBay» umstritten, vor allem auch, weil bei späteren Trittbrettfahrern nicht mehr klar war, wohin der Erlös für die Gebete floss.

Widerstand im Netz

In der Online-Fangemeinde der Esoterik-Anbieter regt sich jedoch auch Widerstand gegen die Entscheidung von «eBay». Die Petition «Verbannt unsere Wahrsager nicht» wurde lanciert. Kritiker werfen «eBay» vor, die Auswahl der Güter, die immateriellen Nutzen versprechen, sei willkürlich getroffen worden. Rosenkränze und Kreuze seien nämlich nicht davon betroffen – die sind aber auch nicht fiktiv.

Durch geschicktes Umformulieren der Angebots-Texte wird es einigen Anbietern dennoch gelingen, ihre Waren und Dienste weiterhin bei «eBay» zu verkaufen. Andere werden sich aber schon bald nach Alternativen umsehen müssen. Wann die entsprechenden Regeln auch für die deutschsprachigen «eBay»-Portale eingeführt werden, ist noch nicht bekannt.

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Datum: 22.08.2012
Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet/ebay.com/pte/idea.de

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