Selbstkritik

Dünger bringt Frucht

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Kennen Sie das auch: Dass Sie Mühe haben, nicht mit anderen Menschen, sondern mit sich selbst? Mit anderen kann man darüber reden und Versöhnung anstreben, oder sie irgendwie meiden. Aber mit uns selbst ist das ja nicht möglich.
 
Wir wissen auch nicht so recht, wie wir unsere Mühe mit uns selbst los werden könnten. So kämpfen wir einerseits und nehmen unseren Gemütszustand hin, aber möchten ihn andererseits gerne ändern. Wir drehen uns im Kreis und strahlen Unzufriedenheit aus. Einmal sind wir gereizt, ein anderes mal wiederum resigniert. Wir schwanken innerlich hin und her, weil wir nicht so sind, wie wir gerne wären. Wir schaffen es nicht uns mit uns Selbst zu versöhnen. Dann überlegen wir, wie es hätte sein können, wenn ... Und wir vergleichen uns mit anderen, die unsere Probleme scheinbar gar nicht kennen. Alle diese negativen Gedanken bilden eine Spirale an der es Schritt für Schritt bergab geht. Jeder ehrliche Mensch wird zugeben, dass er solche Gedanken auch schon hatte. Wie soll man aber damit umgehen?

Dünger auf den Feldern Gottes

Johannes Tauler hat es einst so ausgedrückt: «Das Pferd macht den Mist im Stalle, und obgleich der Mist einen Unflat und Stank an sich hat, so wächst daraus auf dem Feld doch edler, schöner Weizen und edler süsser Wein, der nimmer so wüchse, wäre der Mist nicht da. Also trage deinen Mist auf den Acker des liebreichen Willen Gottes und bleibe ganz gelassen». So weit der Rat von Johannes Tauler. Er will wohl sagen, dass auch unsere Begrenzungen, nämlich Schuld und negative Charakter-Eigenschaften nicht die Frucht unseres Lebens zerstören oder beeinträchtigen müssen, wenn wir gelernt haben damit richtig umzugehen. Also, im Bild gesprochen: Unseren Mist auf Gottes Acker tragen. Dorthin mit dem Mist, wo es hingehört. Nicht im eigenen Stall lassen, nicht ständig umwälzen, sondern abgeben auf den Acker Gottes. In seinem Willen, in seiner Vergebung ruhen und dann fröhlich vertrauen, dass er mich so, brutto – samt meinem Mist – liebt und segnen will.

Reiche Ernte

Ob der Mist meines Lebens nun aus dem eigenen Herzen kommt oder durch andere Menschen in mein Leben eingebracht wurde, ist nicht entscheidend. Wichtig ist einzig und allein, dass wir den Mist abgeben und dann kann Gott – wider alles erwarten - die Geschicke des Lebens umwandeln und Frucht entstehen lassen, wo wir gar nicht damit gerechnet haben. So wirkt die Gnade Gottes. Also wenn heute der Mist kommt, dann weg damit auf den Acker Gottes und dann lass ihn dort. Nimm ihn nicht wieder auf und trage ihn auch nicht ständig herum, wenn du nicht seinen Geruch an dir tragen möchtest. Gib einfach ab an Gott, der dich annimmt und bejaht, wie du bist. Das ist der einzig richtige Umgang mit Mist und Mist gibt es in jedem Leben. Schaue also nicht neidisch auf andere, sondern handle gemäss dem Auftrag Gottes, dann kommt Frucht und Segen, trotz allem.

Zum Thema:
Im Verborgenen geschieht das Entscheidende
Worte mit Wirkung

Datum: 27.06.2012
Autor: Dick Leuvenink
Quelle: FEG Basel

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