Warten auf Chloe

Wenn Gott ein Versprechen macht und es einfach nicht einlöst…

Gott ist treu, Gott will unser Bestes, er hält, was er verspricht… Diese Sätze lernen Christen von Anfang an und wissen eigentlich, dass sie wahr sind. Aber was, wenn Gott etwas versprochen hat, das einfach nicht eintrifft? Was, wenn sich das Warten über Jahre hinweg zieht und der Glaube sich nach und nach in Schmerz verwandelt? Genau dies haben Annie und Walt Manis erlebt – und bezeugen heute: Das Warten lohnt sich – denn Gott überlässt nichts dem Zufall!

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Walt und Annie Manis mit ihren zwei adoptierten Töchtern Chloe (6) und Naomi (3)
Walt Manis wächst auf dem Land auf und verbringt viel Zeit im Freien. Schon als kleines Kind spricht er hier draussen mit Gott – und manchmal antwortet Gott ihm direkt. So hat er mit nur zwölf Jahren eine lebendige Vision: Er sieht sich als Vater, wie er ein kleines Mädchen mit dunklen Augen und olivefarbener Haut durch die Luft wirbelt. Gott sagt ihm dazu: «Das ist deine Tochter, und sie wird 'Chloe' heissen.»

Im gleichen Dorf wächst auch Annie auf und beide sind von klein auf gute Freunde, mehr nicht. Eines Tages, beide gehen an dieselbe Uni, unterhalten sie sich über ihre Lebensträume. Annie verrät Walt, dass sie einfach gerne Mutter sein würde und sogar schon einen Namen für ihre Tochter ausgewählt hat: Chloe. Walt kann es kaum glauben. «Sie war am selben Punkt im Leben wie ich. Aber ich wusste nicht, was ich davon halten soll, denn sie (Anm. der Redaktion: Annie ist blond und blauäugig) konnte doch kein braunäugiges Kind haben, so wie ich es in meiner Vision gesehen hatte…»

Warten und Zweifeln

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Annie und Walt mit Chloe, kurz nach ihrer Geburt
Doch Walt überlässt dieses Problem Gott, die beiden beginnen eine Beziehung und heiraten bald darauf. Sie wollen noch nicht sofort Kinder haben, reisen viel und machen Missionseinsätze in aller Welt. Dann entscheiden sie, dass es nun an der Zeit wäre, Kinder zu bekommen. Annie erinnert sich: «Wir waren so begeistert und dachten einfach, dass es sofort klappen würde…» Doch Monate werden zu Jahren und Annie wird einfach nicht schwanger. Walt berichtet: «Ich hatte immer an dem Versprechen einer Tochter festgehalten, das Gott mir gegeben hatte. Ich wusste nicht, wann es geschehen würde, aber mit der Zeit wurde das Warten immer schwerer.» Auch Annies starker Glaube beginnt durch die Zweifel zu bröckeln. «Ich begann, an Gottes Güte zu zweifeln, weil ich einfach dachte, dass es so gemein war, so etwas zu tun…»

Das jahrelange Warten reibt nicht nur den persönlichen Glauben auf und ihre individuelle Beziehung zu Gott, sondern auch ihre Ehe. «Ich fragte mich: Ist Gott wirklich gut, auch wenn er Dinge tut, die mir nicht gut erscheinen?», so Annie. All ihre Freundinnen bekommen Kinder – und für Annie gibt es nichts Schlimmeres, als ihnen mit einem aufgesetzten Lächeln zur Geburt zu gratulieren.

Die Wende

Doch dann ändert sich mit einem Mal etwas in Annie. «Ich kam an den Punkt, an dem ich verstand: Ich kann ein erfülltes und glückliches Leben haben, so viel mit Gott erleben, ihn gut kennenlernen und die tiefste Erfüllung erleben, die man sich nur vorstellen kann, auch wenn ich kein Kind bekomme. Das klingt wie ein einfacher Gedanke, aber für mich war es eine extreme Veränderung in meiner Perspektive.» Das Gebet der beiden verändert sich: Sie bitten Gott, ihnen den Wunsch nach Kindern zu nehmen, wenn er dies nicht für sie geplant hat – «doch das Verlangen danach, Eltern zu sein, wurde eher noch stärker.» Viele Menschen beten in dieser Zeit für das Paar.  

Ein Trostpflaster-Baby?

Dann hat Annie die Idee, ein Kind zu adoptieren, doch Walt hält davon überhaupt nichts: «Ich wollte kein Trostpflaster-Baby! Wir waren am Kämpfen, wir litten an der Situation und ich wollte keine kurzfristige Lösung. Ich wollte nicht irgendein Kind, ich wollte das Kind, das wir haben sollten…» Doch Gott beginnt in Walt zu arbeiten und mit der Zeit öffnet er sich für die Idee. Annie erledigt den gesamten Papierkram – und dann beginnt das Warten von Neuem. Walt unterstützt seine Frau, doch wirklich überzeugt ist er von der Adoption doch noch nicht. Und dann endlich kommt die langersehnte Email der Adoptionsgesellschaft: Es ist ein Mädchen! Den Namen «Chloe» haben beide schon lange fallen lassen, es war wohl doch nur Zufall, dass beiden der Name gefallen hatte; und so suchen sie einen anderen Namen aus.

Gottes verzweigten Wege

Das Ehepaar fährt auf Wunsch der biologischen Mutter zu deren Haus, um sie vor der Geburt des Mädchens kennenzulernen. Walt erinnert sich: «Wir klingelten an der Tür und die biologische Mutter öffnete – es war eine Erwachsenen-Version des kleinen Mädchens, dass ich damals in meiner Vision gesehen hatte… Ich dachte nur: 'Wow, was ist hier los?' und in dem Moment wurde der Name 'Chloe' für mich wieder aktuell.» Später an dem Tag fragt die Sozialarbeiterin die Mutter des ungeborenen Kindes, ob sie sich schon einen Namen überlegt hat. Die Antwort: «Ja, schon bevor wir wussten, dass es ein Mädchen wird, haben wir es 'Chloe' genannt…»

Zeitgleich beginnen Walt und Annie zu weinen. «All die Zweifel über das 'Trostpflaster-Baby' waren mit einem Mal verflogen», berichtet Walt und Annie fügt hinzu: «Diese surreale Gegenwart Gottes war überall um uns herum zu spüren und ich hörte, wie er zu mir sagt: 'Siehst du, wie sehr ich dich liebe? Ich habe an dieser Geschichte geschrieben, seit Walt ein Kind war…' Ich erkannte, wie töricht ich gewesen war, wie meine Perspektive durch meinen Schmerz verdreht worden war, so dass das, was ich als Fehlen seiner Liebe betrachtete, sein grösser Liebesbeweise für mich gewesen war.»

«Gott überlässt nichts dem Zufall»

Der Tag, an dem Chloe endlich geboren wurde, war wohl der glücklichste für das Paar. «Es gab keine Zweifel mehr: Ich war der Vater dieses Kindes, so wie Gott es schon so lange geplant hatte», erinnert sich Walt. «Ich fühlte mich wie im siebten Himmel, einfach erstaunt darüber, was Gott getan hatte.» Und Annie? «Ich fühlte, wie Gott zu uns sagt: 'Ich war die ganze Zeit bei euch, bin mit euch durch das alles gegangen und habe euch immer wieder gesagt: Vertraut mir, vertraut mir!'»

«Es ist ein beständiger Kampf, einfach in Gottes Souveränität zu ruhen, einfach zu warten, wenn in dir alles auseinanderfällt. … Doch Gott überlässt nichts dem Zufall! Es ist ein Wunder…» Auch Annie ist einfach nur erstaunt: «Der Gott, der die Erde zusammenhält, derselbe Gott liebt mich! Unabhängig davon, ob ich ein Kind bekomme oder nicht. Das hat mich Gott gelehrt. Er liebt mich und ich darf mir dieser Liebe gewiss sein. Darauf vertrauen und darin ruhen zu können ist das grösste Geschenk!»

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Datum: 26.06.2016
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet

Kommentare

Vor Jahren bekam ich die Vision als Zahl 12. Ich sehnte mich nach einem neuen Lebensabschnitt. Und siehe da, im Jahr 2012 änderte sich mein Leben schlagartig. Ich wollte weg. Gott zeigte mir meine neue Heimat, die Region Thun. Obwohl ich noch nicht in Thun lebe, sondern in Ostermundigen in der Basivilla Family, die Familie, die mir Gott gegeben hat. Und er hat mich dabei reichlich gesegnet. Gott hält sein Versprechen. Aber ich vertraue weiterhin auf Gott, dass auch der Wunsch mit Thun sich erfüllen wird.

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