75 Millionen ohne grundlegende Bildung

Für sie gibt es keine Schule

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Etwa 75 Millionen Kinder und Jugendliche erhalten nach Angaben der UN-Kulturorganisation UNESCO nicht einmal eine grundlegende Bildung. Von den 1,3 Milliarden Jugendlichen in Entwicklungsländern erhielten ausserden nur wenige eine weiterführende Bildung oder Ausbildung, teilte die Organisation am Donnerstag auf einer internationalen Bildungskonferenz in Düsseldorf mit.

Bildungssysteme sollten künftig so gestaltet werden, dass sie auch von benachteiligten Kindern und Jugendlichen genutzt werden könnten, erklärte ein Sprecher der Veranstalter, zu denen unter anderem die Peter-Ustinov-Stiftung und die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) gehören. Trotz beachtlicher Erfolge in den letzten zwanzig Jahren kommen laut UNESCO viele Länder immer noch nicht über eine Einschulungsrate von 80 Prozent hinaus.

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Mehr Kinder überleben die ersten Jahre

Die Überlebenschancen von Kindern in Entwicklungsländern haben sich laut UNICEF in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich verbessert. Die Kindersterblichkeit sei zwischen 1990 und 2008 um 28 Prozent zurückgegangen, teilte das UN-Kinderhilfswerk in New York und Köln mit. «Verglichen mit 1990 sterben heute jeden Tag 10‘000 Kinder weniger», erklärte UNICEF-Direktorin Ann M. Veneman.

Dennoch verlieren laut UNICEF noch immer jedes Jahr 8,8 Millionen Kinder in Entwicklungsländern durch grösstenteils vermeidbare oder behandelbare Krankheiten ihr Leben. Dies sei nicht hinnehmbar, erklärte Veneman. Im vergangenen Jahr starben 65 von tausend Kindern vor ihrem fünften Lebensjahr. 1990 waren es noch 90 gewesen. Grundlage der Untersuchung sind Schätzungen von Weltgesundheitsorganisation, Weltbank und Wissenschaftlern verschiedener Institutionen.

Lungenentzündung und Durchfall, Malaria und Aids

Die zwei häufigsten Todesursachen bei Kindern in Entwicklungsländern sind den Daten zufolge Lungenentzündung und Durchfall. In vielen Fällen kommt Mangelernährung hinzu. Auch an Malaria und Aids sterben viele Kinder. UNICEF weist auf grosse regionale Unterschiede hin. Insgesamt 93 Prozent aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren werden in Afrika und Asien registriert. In Südafrika, das eine der höchsten Aidsraten weltweit hat, stieg die Kindersterblichkeit seit 1990 sogar an.

Etwa 40 Prozent der Todesfälle entfallen den Angaben nach auf die drei bevölkerungsreichen Länder Indien, Nigeria und Demokratische Republik Kongo. «Nur wenn die Kindersterblichkeit in diesen Ländern deutlich gesenkt werden kann, ist es möglich, das Millenniums-Entwicklungs-Ziel zu erreichen», erklärte Veneman. Das Ziel der Staatengemeinschaft ist es, die Kindersterblichkeit bis 2015 weltweit um zwei Drittel im Vergleich zu 1990 zu verringern.

Impfungen, Moskitonetze, Vitamine

Das Hilfswerk führt den weltweiten Rückgang der Kindersterblichkeit um 28 Prozent unter anderem auf einen besseren Impfschutz gegen Krankheiten wie Masern, den verstärkten Einsatz imprägnierter Moskitonetze und Vitamin-A-Gaben zurück. So schlafe heute in Malawi jedes vierte Kind unter fünf Jahren unter einem Moskitonetz. Im Jahr 2000 waren es nach UNICEF-Angaben nur drei Prozent. Auch die Informationskampagnen über bessere Hygiene und der Ausbau der medizinischen Grundversorgung gehörten zu den Erfolgsfaktoren.

Webseite: www.unicef.de

Datum: 14.09.2009
Quelle: Epd

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