Schauspieler Samuel Koch

«Bei Gott kann ich all den Mist abladen»

Berühmt wurde er durch seinen tragischen Unfall bei «Wetten dass?». Doch auch wenn Samuel Koch seitdem im Rollstuhl sitzt, geht er seinen Weg. Hier erzählt der Schauspieler, wie ihm der Glaube an Gott dabei hilft und wofür er Martin Luther dankbar ist.

Zoom
Samuel Koch
Samuel Koch redet gern darüber, dass Gott ihm die Kraft gibt, das Beste aus seinem Schicksal zu machen. Doch so tief, wie sein Glaube heute ist, war er nicht immer. Der Schauspieler wuchs in einem christlichen Elternhaus auf und war immer mit dabei. Aber, so erzählt er: «dann wandte ich von all dem ab. Ich musste das hinterfragen, konnte das nicht einfach so mitleben. Irgendwann lebte ich in München auf der Strasse und wusste nicht, wo ich übernachten sollte. Da hatte ich einen Erneuerungsmoment: Noch bevor ich 'Evangelische Kirche' im Smartphone eintippen konnte, traf ich auf eine Strassenevangelisation und bin bei einem Nigerianer untergekommen. In einer christlich-brasilianischen Gemeinde habe ich Heimat gefunden und mich wieder meiner ursprünglichen Ideale besonnen.»

Heute sagt Samuel Koch: «Ich könnte mir einen Alltag ohne Glauben nicht wirklich vorstellen. Ich brauche ihn. Mein Glaube ist mehr als nur ein psychologisches Konstrukt, das mich irgendwie über Wasser hält. Er ist wirklich auch Zuflucht und Rückzug und etwas, wo ich all den Mist vom Tag abladen kann.»

Gott kennen ist mehr als an ihn zu glauben

Für den Schauspieler ist die Beziehung zu Gott elementar. Er fühlt sich ihm ganz nahe. «Besonders in Momenten, die ich allein verbringe – ohne Menschen. Wo ich nachts noch einmal rausfahre und versuche, allein zu sein, und mich mit dem Erfinder des Rückenmarks auseinandersetze. Wo ich einfach nur still bin und versuche zu hören, worauf ich wohl eher den Fokus legen sollte, anstatt auf Dinge zu schauen, die ich gern machen würde oder die mir dienen oder mir nützlich sind.»

Auch Gottesdienste sind dem 30-Jährigen wichtig: «Dann atme ich durch und komme an. Und dann wird gesungen und ich höre zu. Manchmal sing ich ohne viel zu denken mit und mal versuch ich, dem Text zu folgen. Und dann weiss ich: Das ist wirklich effektive Zeit. Ich geniesse das einfach, dort zu sitzen, sich zurückzulehnen. Der Gottesdienst ist auch eine Form von Dialog. Mein Kopf und Geist gehen dann in eine Art Flugmodus: Richtung Himmel.»

Die Botschaft von Jesus muss raus

Samuel Koch erzählt: «Oft fühle ich mich relativ nutzlos, weil ich gar nichts tun kann und immer auf Hilfe angewiesen bin. Aufgrund vieler Rückmeldungen nach den Auftritten erfahre ich aber, dass ich doch anderen helfen und nützlich sein kann. Wenn ich mich jedoch ständig um meinen eigenen Mikrokosmos drehe und sehe, was ich alles nicht kann und was nicht geht, nervt mich das.»

«Ich habe für mich die Botschaft des Neuen Testaments, die 'Gute Nachricht', als lebenserhaltend entdeckt, so dass ich mich fast schon mitverantwortlich dafür fühle, sie anderen nahezubringen. Eine der obersten Maximen ist die Nächstenliebe. Sie sollten wir leben und vertreten. Was aber teilweise Flüchtlinge, die in unser Land kommen, bei uns erdulden müssen, ist das Gegenteil von Nächstenliebe. Das finde ich nicht gut. Wie wäre es, wenn wir alle mehr unsere christlichen Werte vertreten, hilfsbereit und gastfreundlich sind?»

Danke, Martin Luther!

In diesem Jahr ist Samuel Koch auch Reformationsbotschafter und das hat seinen Grund: «Die Reformation hat es möglich gemacht, dass ich trotz meiner vier in Latein die Bibel lesen und auch verstehen darf. Das macht einen Hauptbestandteil, einen der lebensnotwendigsten Bestandteile meines Daseins aus.» Und er fährt fort: «Ich glaube, Martin Luther könnte mit seiner revoluzzerischen Art heute noch ebenso reformieren wie damals. Sein Programm, das 500 Jahre alt ist, ist auch heute noch aktuell und notwendig. Gerade in Deutschland, wo wir so satt sind und denken, alles zu haben und keinen Gott zu brauchen. Da wäre ein Luther recht, der sagt: 'Das ist es doch nicht was ihr braucht zum Leben, was euch Erfüllung schenkt...'»

Hier erzählt Samuel Koch, warum er Reformationsbotschafter ist:

 

Zur Webseite:
Samuel Koch 

Zum Thema:
Den Glauben von Samuel Koch entdecken
«Grösster Gottesbeweis»: Samuel Koch und Sarah Elena Timpe sagten «Ja»
«Rolle vorwärts»: Samuel Koch: «Vielleicht heilt Gott mich still und leise»
Umgang mit Behinderung: Samuel Kochs Eltern: «In allem ist Gott nahe»

Datum: 05.10.2017
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch / Ekd.de / chrismon.de

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich neu, um diesen Artikel zu kommentieren.
Anmelden
Mit Facebook anmelden

Adventskalender

Anzeige

Werbung

RATGEBER

Für eine besondere Adventszeit Neue Weihnachts-Traditionen einführen
Plätzchen backen, Geschenke basteln, auf den Weihnachtsmarkt gehen – das sind sicher nette Rituale...

Werbung

Livenet Service