Film «Schweizer Lichtgestalten»

Glaube, der Sprengkraft entwickelt

Drei Männer, die vor einigen hundert Jahren ihren Weg mit Gott gingen und bis heute faszinieren. Das ist der Fokus des Dokumentarfilms «Schweizer Lichtgestalten».

Zoom
Kameramann Anders Lehmann, Regisseur Rainer Wälde und Produzent Hans Jörg Fehle bei den Dreharbeiten in Wildhaus.
Es geht um die Lebensgeschichte eines Beters und zweier Reformatoren: Niklaus von Flüe, Ulrich Zwingli und Johannes Calvin. Der Film zeigt die verschiedenen Wege der drei Schweizer, deren Herausforderungen und ihre persönlichen Grenzen.

Drei Männer - drei Lebenswege

Zoom
Johannes Calvin
Niklaus von Flüe – ein wohlhabender Bauer, der seine Frau und seine zehn Kinder verlässt, um auf Pilgerreise zu gehen und fortan sein Leben in Einsamkeit und Gebet verbringt. Er wird als Bruder Klaus bekannt.

Ulrich Zwingli – Priester, Feldprediger und rhetorisches Talent. Er hatte ein Kind mit einer Geliebten und Prostituierten. Den Menschen in Zürich bleibt er als Seelsorger trotz einer verheerenden Pest treu. Zwingli wendet sich gegen katholische Fastenregeln und verändert die Abendmahls- und Gottesdienstpraxis.

Johannes Calvin – der spätere Reformator, der vor der Verfolgung des französischen Königs ins Exil flieht. Der hochbegabte Gelehrte und Theologe will der Stadt Genf eine neue Ordnung geben. Doch er wird aus der Stadt ausgewiesen. Später kann er seine Vorstellungen in Genf doch noch durchsetzen. Seine Theologie entfaltet Wirkung weit über die Grenzen der Schweiz hinaus.

Wozu und für welche Aufgabe lebe ich?

Zoom
Ulrich Zwingli
Der Film stellt die Frage, wozu und für welche Aufgabe ein Mensch lebt und wie viel er dafür einzusetzen bereit ist, so der Schweizer Co-Produzent Pfarrer Hans Jörg Fehle. Die drei Lebensgeschichten werden nicht einfach chronologisch nachgezeichnet, sondern miteinander verknüpft.

Dabei entsteht ein Verständnis für die Beweggründe der Männer, ohne dass die Darstellung naiv daher kommt. Die Dokumentation zeigt zentrale Motive und Gedanken der Reformation und schlägt auch einen Bogen zu Jan Hus und Martin Luther.

Drehbuchautor und Regisseur Rainer Wälde ist beeindruckt von der «Sprengkraft» der drei Lebensgeschichten. Er sieht in der Besinnung auf die Wurzeln der Reformation eine Chance für das Christsein heute. Hans Jörg Fehle ist wichtig, dass der Film sowohl an einen Beter, den die katholische Kirche später heilig sprach, als auch an zwei evangelische Reformatoren und deren Wirken erinnert.

Bemerkenswerte Dichte

Zoom
Bruder Klaus
Auftakt für die Dreharbeiten war die kleine Einsiedler-Zelle (Kanton Obwalden), in der Bruder Klaus 20 Jahre lebte. Um die Spielszenen möglichst authentisch zu gestalten, wurde bei den Filmaufnahmen weitgehend auf künstliches Licht verzichtet und vor allem mit Kerzen und dem einfallenden Sonnenlicht der kleinen Fenster gearbeitet.

Die Lebenswege der drei Männer werden durch das Nachspielen von Szenen und die ausgewählten Zitate lebendig. Sie machen auch die Motive und das Handeln verständlich. Es sind diese Spielszenen, die es dem Zuschauer ermöglichen, die Distanz von fünf- bis sechshundert Jahren zu überwinden und die Ereignisse von damals nachzuvollziehen und auch nachzufühlen. Sie schaffen im Film immer wieder bemerkenswert dichte Momente. Grossen Anteil an der Gesamtwirkung haben auch die Sprecher Iris Hochberger und Dominic Kolb.

Kommentierungen von Wissenschaftlern helfen, die Biographien in ihrem historischen Zusammenhang und deren Wirkung bis heute zu verstehen. Die Dokumentation präsentiert zudem viele Bilder von Originalschauplätzen.

Erbschaft für eine Filmproduktion

Co-Produzent Hans Jörg Fehle ist Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirche. Er wollte seine Erbschaft für das Reformationsgedenken und der Erinnerung an Niklaus von Flüe in der Schweiz nutzen. Ein Freund vermittelte den Kontakt zu Rainer Wälde. Der ist seit 20 Jahren als Filmproduzent tätig. Er arbeitete für NBC Super Channel, den MDR und RTL. Seine Dokumentation «Im Segen der irischen Mönche» erhielt den silbernen Globe beim «World Media Festival».

Der Dokumentarfilm ist als DVD im Handel erhältlich.

Zum Thema:
«Luther»-Film knackt die Drei-Millionen-Grenze und erhält die «Goldene Leinwand»
Evangelischer Medienpreis für «Luther»- Film
Gott suchen - und finden: grandioser Luther-Film

Datum: 12.12.2016
Autor: Norbert Abt
Quelle: Livenet

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich neu, um diesen Artikel zu kommentieren.
Anmelden
Mit Facebook anmelden

Anzeige

Werbung

RATGEBER

Widerstandsfähigkeit Stark trotz Stürmen: Sechs Tipps
Krisen zu überstehen und gestärkt daraus hervorzugehen, hat viel mit unserer Einstellung,...

Werbung