Geistliche Erneuerung in Europa

«Unsere Häuser müssen zu Orten der Hoffnung und Freundschaft werden»

Menschen kehren in Scharen zu Gott um und werden von ihm erneuert – in Europa? Am Forum Evangelisation im Ländli in Oberägeri forderte Hanspeter Nüesch die Anwesenden auf, dies auch für die Schweiz betend zu erwarten und darauf hinzuwirken.

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Hanspeter Nüesch am «Forum für Evangelisation» in Oberägeri: «Ich möchte Erweckung noch erleben»
«Schwachstrom reicht nicht – wir brauchen mehr», sagte Nüesch am 23. Januar 2012 am Forum im Blick auf das Wirken von Gottes Geist in solchen Zeiten. Erweckung, die Landstriche verändert, habe es in Europa auch im 20. Jahrhundert gegeben. Der langjährige Leiter der Schulungsorganisation Campus von Christus Schweiz verwies auf die geistlichen Aufbrüche in Wales (1904-6) und auf den schottischen Hebrideninseln (1949-53).

Aus innerem Antrieb

Über die beiden Aufbrüche will Hanspeter Nüesch ein Buch schreiben. Er erwähnte im Ländli seine eigene innere Erneuerung 1972. «Ich kann nicht anders als über Erweckung reden. Ich möchte sie noch erleben.» Erweckung und Evangelisation gehörten untrennbar zusammen: «Erweckung macht Menschen ihre Schuld bewusst und Evangelisation zeigt auf, wie sie Vergebung ihrer Sünden erhalten können.» In erwecklichen Zeiten suchten Menschen, die unter ihrem verfehlten Leben leiden, aus eigenem Antrieb Vergebung und inneren Frieden durch eine geklärte Beziehung zu Gott.

Freude herrscht

Hanspeter Nüesch nannte allgemeine Merkmale von Erweckung, zuerst dass Gottes Gegenwart erlebt wird, Gottesfurcht und Sündenerkenntnis entstehen und Menschen tiefgreifend verwandelt werden. Darüber herrscht Freude und die Erneuerten erleben sich als eine grosse Familie. Von Gottes Geist offensichtlich geleitet, sind Frauen und junge Menschen prominent. Erweckung wirkt sich in der Gesellschaft aus. In Wales wurden laut einem Bericht «langjährige Schulden beglichen und Gestohlenes zurückgebracht», Tavernen waren ohne Kundschaft, Gefängnisse leerten sich. In den Minen, hiess es, kannten die Gäule die Fahrer nicht mehr – das Fluchen war ihnen abhandengekommen...

Auf Erweckung warten und alles dafür tun

Die Geschichte lässt auch Voraussetzungen für Erweckung erkennen. Laut Nüesch braucht es eine «Unzufriedenheit mit dem Ist-Zustand. Abwendung von toter Religiosität und tiefes Verlangen nach Gottes Eingreifen». Der Referent machte Mut, anhaltend für Erweckung zu beten und alles, was von Gott trennt, sein zu lassen. Der Heilige Geist könne nur leere Gefässe erfüllen, äusserte Nüesch. Erweckung setze bei Christen ein weiches, lernbereites, demütiges Herz und Gehorsam in grossen und kleinen Dingen voraus. Wie sie sich im 21. Jahrhundert ereignen könne, sei nicht vorauszusehen. Um ihre Nachhaltigkeit zu fördern, sollten Christen schon jetzt das Evangelium einfach sagen lernen und ihre eigene Erneuerung bezeugen; und «unsere Häuser müssen zu Orten der Hoffnung und Freundschaft werden.»

Zur Veranstaltung:
Das «Forum Evangelisation» ist eine jährliche Veranstaltung mit dem Ziel, Leitende und Teams in christlichen Gemeinden und Kirchen zum zeitgemäss gelebten Glauben in der Gesellschaft zu inspirieren.

Webseite:
Arbeitsgemeinschaft Forum Evangelisation


Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet

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