Sozialzeitausweis soll kirchliche Freiwilligenarbeit fördern

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Der Sozialzeitausweis soll eine "Visitenkarte" der Kirchen werden. Er sage nämlich aus, dass in den Kirchen "Freiwilligenarbeit gemäss gewissen Standards gelebt und anerkannt wird". Freiwilligenarbeit fördere den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und das Leben der Kirchgemeinden.

Über die Einführung des Sozialzeitausweises haben die reformierte Kirchgemeinde Liestal-Seltisberg und die katholische Pfarrei Bruder Klaus Liestal informiert. In den beiden Kirchgemeinden leisteten insgesamt 300 Freiwillige jährlich geschätzte 10000 Stunden Einsatz, wurde an einer Pressekonferenz in Liestal betont.

Knapp ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer sei heute "freiwillig" tätig. Zehn Prozent engagierten sich in gemeinnützigen Organisationen, in Institutionen des Erziehungsbereichs und in der Kirche. Die Mehrheit der Freiwilligen in der Kirche seien Frauen. Die Vertreter der Liestaler Kirchgemeinden betonen: Ohne freiwillige Arbeit gibt es kein Leben in den Kirchgemeinden.

Dem in Liestal am 1. November eingeführten Sozialzeitausweis messen die Kirchgemeinden zwei Bedeutungen zu. Für die Freiwilligen sei das Papier ein Nachweis, der ihnen ihr Engagement bestätige und bei längeren Einsätzen auch qualifiziere, indem es neu erworbene Qualifikationen hervorhebe. Das Papier weise persönliche, soziale und fachlich-methodistische Kompetenzen nach.

Visitenkarte der Kirchen

Der Ausweis sei aber auch eine "Visitenkarte" für die Kirchen. Er sage nämlich aus, dass in den Kirchen "Freiwilligenarbeit gemäss gewissen Standards gelebt und anerkannt wird". Die Kirchen gehörten zu den grössten Anbietern sozialer Freiwilligenarbeit und das verpflichte, "sorgfältig mit diesem menschlichen Kapital umzugehen". Die Kirchgemeinden halten fest, mit der Einführung des Sozialzeitausweises wollten sie eine "Art Vorreiter- und Modellrolle" spielen.

Wandel im Verständnis der Freiwilligenarbeit

Weiter betonen die beiden Kirchgemeinden, die Freiwilligenarbeit in den Kirchen stehe vor einem Umbruch. Religiöse Motivation würde in den Hintergrund treten, die "neuen Freiwilligen" engagierte sich heute, weil ein Projekt sie anspreche, weil sie etwas "anderes" oder etwas "Soziales" tun wollten. Die Kirchgemeinden sehen den Sozialzeitausweis als Anreiz für diese "neuen Freiwilligen, auf die wir auch in Zukunft bauen möchten". Freiwilligenarbeit fördere den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und das Leben der Kirchgemeinden.

Datum: 05.11.2004
Quelle: Kipa

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