„Christen müssen sich zum Thema Armut laut und deutlich zu Wort melden“

Zoom
Die Armut in der Welt aktiv angehen.
«Micah Challenge» (Michas Herausforderung) hat zum Ziel, Christen zu mobilisieren. Einerseits will man damit weltweit Kampagnen zur Verringerung der Armut starten und andererseits dafür beten, dass Regierungen die Bekämpfung von extremer Armut entschlossen angehen.

Njongonkulu Ndungane, anglikanischer Erzbischof von Cape Town, hat kürzlich vor der UNO zu einer weltweiten Kampagne aufgerufen: Millionen von Christen sollen ihre Regierungen beeinflussen, die Armut der Welt bis zum Jahr 2015 auf die Hälfte zu reduzieren.

Ndungane, früherer Mitgefangener von Nelson Mandela auf Robben Island in Südafrika, ist Initiator der sogenannten «Micah Challenge» (Michas Herausforderung). Bei einem Millennium Gipfeltreffen im Jahr 2000 in New York hatten 191 Staatsoberhäupter von UNO Mitgliedsstaaten acht so genannte Millenniums-Entwicklungsziele unterzeichnet, zu der auch die Bekämpfung extremer Armut und der Aufbau globaler Partnerschaften für Entwicklung gehört. «Micah Challenge» hat das Ziel, Christen zu mobilisieren, bei ihren Regierungen zu lobbyisieren, Kampagnen zu starten und dafür zu beten, dass die Regierungen die Ziele erreichen, die sie sich im Jahr 2000 gesteckt hatten.

Zoom
Njongonkulu Ndungane, anglikanischer Erzbischof.

Unterstützt von der Evangelischen Allianz

Vor Kirchenleitern aus aller Welt sagte Ndungane: «Christen können eine entscheidende Rolle dabei spielen, dass politische Führer ihre Versprechen einhalten. Wenn Christen lernen, miteinander zu arbeiten - quer durch alle Nationalitäten und Rassen, Arme und Reiche, Männer, Frauen und Kinder gemeinsam – haben wir eine enorm einflussreiche Stimme. Christen müssen sich zum Thema Armut laut und deutlich zu Wort melden.

«Micah Challenge» wird unter anderem von der Weltweiten Evangelischen Allianz gefördert, einem evangelikalen Dachverband, der etwa drei Millionen Gemeinden in 111 Ländern und ein Netzwerk von 260 christlichen Hilfs- und Entwicklungswerken vertritt. Bereits jetzt sind nationale Kampagnen in England, Peru, Australien, Bangladesh, Kanada, Indien, Sambia und der Schweiz entstanden. Als erster Schritt werden Christen aufgefordert, auf dem Internet eine Zustimmungserklärung und Petition zu unterzeichnen: auf der Website www.micahchallenge.org

Die Micha Herausforderung

Ndungane appelierte an die Versammlung: „Als Nachfolger Jesu sollten wir uns dazu verpflichten für die Umgestaltung unseres Gemeinwesens zusammen zu arbeiten. Wir rufen die internationalen und nationalen Entscheidungsträger von reichen als auch armen Nationen auf, ihren öffentlichen Versprechen nachzukommen, die Entwicklungsziele zu erreichen und auf diese Weise die absolute Armut auf der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Wir rufen aber auch Christen allerorts dazu auf, Hoffnungsträger für und im Zusammenleben mit Armen zu sein und sich gemeinsam mit anderen dafür einzusetzen, dass unsere nationalen und globalen Führungspersönlichkeiten ihrer Verpflichtung nachkommen, eine gerechtere und barmherzigere Welt sicher zu stellen.“

Zoom

Etwas für alle, nicht alles für einige

«Die Regierungen müssen zu hören bekommen, dass ihre Bürger ernsthaft daran interessiert sind, dass sie die notwendigen Schritte unternehmen, um die Armut zu reduzieren: etwas für alle, nicht alles für einige», so Ndun-gane. In einer Welt des Überflusses ist es unakzeptabel, dass 800 Millionen Menschen jeden Tag hungern. Hier seien als erste die Christen gefordert.

Katherine Marshall, Beraterin des Präsidenten der Weltbank sagte zu den Kirchenführern, dass ohne die Fürsorge und Passion, die für Kirchen typisch seien, die Ziele der «Millennium Development Goals» nicht erreicht werden könnten. Zu den Initiatoren der «Micha Herausforderung» gehören neben Bischof Ndungane auch Bischof Paul Mususu (Executive Director of the Evangelical Fellowship of Zambia), Godfrey Yogarajah (General Secretary of the Evangelical Fellowship of Asia), Fidelis Wainaina (Director of Maseno InterChristian Child Self Help Group Kenya) und Doug Balfour (General Director of Tearfund, UK).

Ein Video der Micah Challenge Pressekonferenz bei den Vereinigten Nationen kann unter www.un.org/webcast/PC2004.html abgerufen werden, sowie der Wortlaut der Ansprache von Ndungane.

Webseite: www.micahchallenge.org

Quellen: Micahchallenge/Freitagsfax

Datum: 05.11.2004

Anzeige

Werbung

RATGEBER

Geborgen in Gott: Wir brauchen nichts mehr zu fürchten
Zu einem erfüllten Leben gehören auch «dunkle Zeiten». Aus den hellen und dunklen Fäden unseres...

Werbung