Indonesien

Parlamentsdebatte über Religionsfreiheit

Abgeordnete der grossen Parteien in Indonesien fordern eine Debatte über das in der Verfassung garantierte Recht auf Religionsfreiheit. Das Parlament müsse «Pionier beim Schutz der Religionsfreiheit» werden.

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Die Yasmin-Kirche in Bogor
Erstaunliche Entwicklung in einem Staat, in dem 88 Prozent der Bevölkerung Muslime sind und der Anteil der Christen 9 Prozent beträgt. Der Konflikt um die protestantische Yasmin-Kirche in Bogor hat das indonesische Parlament erreicht. Der Supreme Court hatte das Recht zum Betrieb und zur Nutzung eines neuen Gotteshauses in Bogor zugestanden. Bogors Bürgermeister Diani Budiarto setzte sich jedoch auf Druck radikaler islamischer Gruppen über das Urteil hinweg und verweigert die Nutzung der Kirche.

«Umsetzung missachtet»

Der jugendpolitische Sprecher von «Indonesiens Demokratischer Partei des Kampfes», Maruarar Sirait, will sich jetzt für die Religionsfreiheit einsetzen und fordert eine Parlamentsdebatte. Auch Nusron Wahid von der konservativen Golkar-Partei und Vorsitzender der Jugendorganisation von Indonesiens grösster muslimischer Vereinigung Nahdatul Ulama, nannte es «merkwürdig», wenn das Parlament die Missachtung von Urteilen des Obersten Gerichts durchgehen liesse.
 
Nach Angaben der Zeitung «Jakarta Globe» wurde eine Parlamentsdebatte über den Yasmin-Fall bislang von den «beteiligten Ministerien» verhindert.
 
Mit etwa 200 Millionen Moslems ist Indonesien der Staat mit der grössten muslimischen Bevölkerung der Welt. Der Islam ist jedoch nicht Staatsreligion. Allerdings müssen sich alle Bürger des Inselstaates zu einer der fünf Weltreligionen bekennen.

Zum Thema:
Eine Gemeinde kämpft um ihr Gotteshaus

Datum: 11.01.2012
Quelle: Livenet / Kipa

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