Iranische Pastoren-Familie auf Kaution freigelassen
Am 26. September verhafteten Polizisten den 35-jährigen Reza Montazami und seine Frau Fereshteh Dibaj (28) in ihrem Domizil in Mashad im Nordosten Irans. Fereshteh ist Pastor Mehdi Dibajs Tochter, der 1994 wegen seines Glaubens ermordet wurde.
Hausgemeinde verboten
Am 5. Oktober teilte ihnen das Revolutions-Gericht mit, dass sie aus der Haft entlassen werden. Zuvor hatten Reza Montazamis Eltern dem Gericht als Kaution die Eigentumsurkunde ihres Hauses im Wert von 25'000 Dollar übergeben. Es wurde ihnen verboten, weiterhin christliche Versammlungen abzuhalten. Reza und Fereshteh haben in diesem Haus in Mashad - einer islamischen Hochburg - eine Hausgemeinde geleitet.
Vater entführt und ermordet
Ferehsthes Vater, Pastor Mehdi Dibaj, wurde vor 12 Jahren ermordet. Sein Märtyrertod hatte damals weltweite Empörung ausgelöst. Zuvor war er am 21. Dezember 1993 wegen Apostasie (Abfall vom Islam) zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Begründet wurde dieses Urteil dadurch, dass er sich 40 Jahre vorher vom Islam zum Christentum bekehrt hatte. Auf internationalen Druck wurde er freigelassen und wenige Monate später, als er zum Geburstagsfest seiner Tochter Fereshteh unterwegs war, entführt und ermordet.
Trotz Verfolgung werden viele Iraner Christen
Das islamische Gesetz Irans verbietet Muslimen einen anderen Glauben anzunehmen. Christen mit islamischem Hintergrund werden von den Behörden streng überwacht. In den letzten Monaten konnte man eine Zunahme der Verhaftungen, Verhöre, Bedrohungen und schlechten Behandlungen beobachten. Trotz der Verfolgung verlassen viele Iraner den Islam und werden Christen. "Die Polizei hat merkte, dass Menschen durch Reza Montazami zu Christus gekommen sind, das ist alles", sagte ein iranischer Christ. "Wir wissen nicht, ob sie ausspioniert worden sind."
Wie Mord, bewaffneter Raub, Vergewaltigung und Drogenhandel zählt Abfall vom Glauben im Iran zu den todeswürdigen Verbrechen. Viele zum Christentum übergetretene Muslime sind ermordet oder hingerichtet worden. Trotzdem, laut Aussage eines iranischen Christen «ist ein grosser Teil des iranischen Volkes mit dem Evangelium in Berührung gekommen.»
Open Doors gibt in diesem Zusammenhang folgende Gebetsanliegen weiter:
- um Schutz für Reza Montazami und Fereshteh Dibaj, sowie Rezas Eltern. Sie alle sind unter polizeilicher Überwachung .
- für die Hausgemeinde in Mashad.
- für die Christen in Iran, vor allem für jene mit islamischem Hintergrund.
Quelle: Open Doors CH

